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Jugend und Politik in der Mediendemokratie Österreich

Fritzer, Markus (2008) Jugend und Politik in der Mediendemokratie Österreich.
Diplomarbeit, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Ulram, Peter

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DOI: 10.25365/thesis.2911
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29128.67786.649060-0

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Abstract in German

Die vorliegende Diplomarbeit behandelt (vor dem Hintergrund der 2007 erfolgten Wahlaltersenkung auf 16 Jahre) das Verhältnis österreichischer Jugendlicher zur Politik sowie die Rahmenbedingungen, die durch die politische Kommunikation für dessen Herausbildung geschaffen werden. Anders ausgedrückt erfolgt ein Blick auf das Umfeld der politischen Sozialisation österreichischer Jugendlicher. Hierbei spielen, neben der veränderten politischen Kultur des Landes, die zentralen Instanzen im Sozialisationsprozess, und dabei vorwiegend die Massenmedien, eine entscheidende Rolle. Massenmedien sind nämlich die zentralen Akteure im Vermittlungsprozess moderner Gesellschaften. Dies gilt insbesondere auch für die politische Kommunikation. So gelten sie sowohl als wichtigste als auch als glaubwürdigste Quelle politischer Informationen, wobei ihre Bedeutung durch die Erkenntnisse der Medienwirkungsforschung zusätzlich gesteigert wird. Demgegenüber besitzen die anderen Sozialisationsinstanzen (Familie, Schule, peer groups) bei der Aneignung von politischem Wissen lediglich geringe Bedeutung und sind vorwiegend durch die Vermittlung von Normen, Wertvorstellungen und Rollendefinitionen relevant. Insofern erlangen die Inhalte massenmedialer Politikvermittlung eine herausragende Bedeutung für die Beziehung Jugendlicher zur Politik. Diese Inhalte sind dabei als Resultat des Zusammenspiels verschiedener Faktoren zu sehen, die vom Dreiecks-Verhältnis (und dessen Folgen) von Medien, Politik und Rezipienten über die Rahmenbedingungen journalistischer Arbeit bis hin zur konkreten Ausgestaltung und Entwicklung des österreichischen Medienmarktes reichen. Das Ergebnis ist freilich suboptimal. Politische Berichterstattung durch die Medien folgt zunehmend den Maßstäben kommerziellen Erfolges und verfolgt publizistische Interessen tendenziell in erster Linie dort, wo sie sich mit marktwirtschaftlichen decken. Personalisierung, Entpolitisierung und konfrontative Negativität sind zentrale Elemente der Politikberichterstattung, die dadurch eine ablehnende Einstellung gegenüber Politikern und Parteien fördert und Informationen zu Gunsten unterhaltender und sensationalistischer Elemente vernachlässigt. Bedenkt man die nachweisbaren Zusammenhänge zwischen politischem Interesse, politischem Wissen, politischem Effektivitätsbewusstsein und der Bereitschaft zur politischen Partizipation, ist diese Entwicklung dabei mehr als bedenklich. Jugendliche, die, was ihre allgemeine Einstellung zur Politik betrifft, sogar bessere Werte aufweisen als die Gesamtbevölkerung, finden sich dadurch einem Umfeld ausgesetzt, welches ihr politisches Bewusstsein eher schädigt als positiv bestärkt. Da die Massenmedien ihre politische Sozialisationsfunktion nicht in gewünschter Weise wahrnehmen können und wollen, erscheint somit die einzige Alternative für eine wünschenswerte Entwicklung die gezielte Stärkung der Bedeutung der anderen Sozialisationsinstanzen in der politischen Kommunikation.

Schlagwörter in Deutsch

Jugend / Politik / Medien / Politische Sozialisation / Wahlaltersenkung / Politische Kultur in Österreich / Verhältnis Medien - Rezipienten - Politik / Verhältnis Jugend und Politik / Politikvermittlung / Medien in Österreich

Item Type: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
Author: Fritzer, Markus
Title: Jugend und Politik in der Mediendemokratie Österreich
Subtitle: eine Analyse der Rahmenbedingungen politischer Kommunikation vor dem Hintergrund der Wahlaltersenkung
Umfangsangabe: 134 S.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publication year: 2008
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Ulram, Peter
Assessor: Ulram, Peter
Classification: 89 Politologie > 89.56 Politische Kommunikation
AC Number: AC07478499
Item ID: 2911
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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