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La vision de l'espace littoral sur l'île Wallis et l'atoll Rangiroa dans le contexte du changement climatique

Worliczek, Elisabeth (2013) La vision de l'espace littoral sur l'île Wallis et l'atoll Rangiroa dans le contexte du changement climatique.
Dissertation, Universität Wien. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Mückler, Hermann

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29368.08423.736662-7
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Abstract in Deutsch

Diese Dissertation analysiert die Wahrnehmung von lokalem Wandel, und im Speziellen des Klimawandels. Die beiden untersuchten Felder sind die Insel Wallis (Wallis und Futuna) und das Atoll Rangiroa (Französisch Polynesien). Diese unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Geomorphologie und ihrer Sozialorganisation, jedoch sind sie beide Teil der französischen Überseegebiete im Südpazifik und der Kulturregion Polynesien. Ziel dieser Arbeit ist es, die Sichtweise der lokalen Bevölkerung betreffend aktueller und zukünftiger Veränderungen zu verstehen. Die Analyse, basierend auf den Methoden der Anthropologie, definiert vier Indikatoren: Der Indikator „Raum“ steht für die örtliche Raumwahrnehmung, den Residenzmodus, Landverwaltung und Migration. Der Indikator „Ressourcen“ identifiziert wichtige Dynamiken im Zusammenhang mit dem Sandabbau an den Küsten, der Stranderosion und der Errichtung von Ufermauern. Der Indikator „Katastrophen“ behandelt Zyklone und Tsunamis, welche Hinweise geben können auf die lokale Wahrnehmung von potentiellen Gefahren auf Grund von Naturkatastrophen. Der letzte Indikator, „soziale Gegebenheiten“, beschreibt die lokale Auffassung des Konzepts „Klimawandel“ und dessen wissenschaftlichen Diskurs, die Rolle der Medien und der Politik, sowie lokale Umweltbeobachtungen und deren Interpretation. Außerdem werden Zukunftsszenarien im Zusammenhang mit einem ansteigenden Meeresspiegel gezeichnet. Am Beginn dieser Arbeit standen Fragestellungen von Spezialisten der Küstenraumplanung, die einerseits ein besseres Verständnis der lokalen Konzeptionen des Küstenraumes wünschten, und andererseits Mittel und Wege suchten, um die lokale Akzeptanz ihrer Ideen und Aktionen betreffend der Raumplanung zu erhöhen. Im Kontext Ozeaniens ist die Verwaltung des Küstenraumes sehr komplex und unterschiedlich verglichen mit westlichen Verwaltungskonzepten. Das Ziel dieser Analysen war also eine verbesserte Kommunikation aller Beteiligten, um weitere Zerstörungen dieses Lebensraumes, welcher lebenswichtig für die betroffenen Bevölkerungen ist, zu verhindern. Diese Arbeit ist aus einem multidisziplinären Zugang entstanden, welcher versucht, die Sicht der Naturwissenschaften mit jener der Sozialwissenschaften zu ergänzen. Sie soll ein Beitrag in der Analyse einer extrem aktuellen Problematik sein, welche sehr bald die Küsten unseres Planeten betreffen wird: Der weltweite Anstieg des Meeresspiegels, welcher durch den Klimawandel verursacht wird. Die Inseln des Pazifiks sind empfindliche Ökosysteme und sind kurz- und mittelfristig bedroht. Diese Dissertation nähert sich diesem Thema mit einer anthropologischen Analyse, welche eventuelle Adaptationsstrategien aufzeigt, die von der lokalen Bevölkerung in der Zukunft gewählt oder akzeptiert werden könnten. Die Analyse zeigt, dass drei Schlüsselfaktoren bei der Kommunikation zwischen der lokalen Bevölkerung und den Spezialisten der Raumplanung essentiell sind: (1) Die Konzeption des Klimawandels an sich, die westliche Auffassung von Landverwaltung und eine höchst administrative Strukturierung der Lebensweise sind importierte Konzepte, die sich nicht aus der polynesischen Kultur entwickelt haben. (2) Die aktuelle Lebensweise auf den beiden analysierten Inseln erhöht die mit Naturkatastrophen verbundenen Risiken. In voreuropäischen Zeiten dominierte eine flexible und mobile Lebensweise, welche eine dynamische Anpassung an lokale Veränderungen der Umwelt ermöglichte. Diese Flexibilität verschwindet schrittweise, was einen weiteren Beitrag zur Zerstörung des Lebensraums Küste darstellt. (3) Die Art und Weise der Kommunikation ist wesentlich bei der Einführung von neuen Ideen. Die polynesische Kultur basiert auf mündlichen Überlieferungen, und juristische Texte, welche ohne Berücksichtigung der lokalen Vision des Küstenraumes konzipiert wurden, sind nicht an die lokale Funktionsweise angepasst. Raum zur Diskussion ist absolut notwenig, da neue, importierte Sichtweisen am besten durch das gesprochene Wort veranschaulicht werden können. Dies betrifft ebenfalls die Kommunikation des Konzepts Klimawandel. Oft werden Informationen der Medien oder der Wissenschafter schlecht angenommen, da die Kommunikationsweise suboptimal ist.

Schlagwörter in Deutsch

Klimawandel / Wallis / Rangiroa / Pazifikinseln / Wahrnehmung der Umwelt

Abstract in Englisch

The focus of this thesis is environmental change or, more precisely, climate change. The two study areas are Wallis Island (Wallis and Futuna) and the Rangiroa Atoll (French Polynesia). They have a different geomorphology and social organisation even though both of them are part of the francophone islands in the Pacific and the cultural region of Polynesia. The study aims to gain an understanding of the local view of current change and future changes expected by scientists. This work is based on four indicators and was developed with the methods of anthropology. The indicator ‘space’ reveals a great deal about the real perception of space on these islands, about residence, land tenure and migration. The indicator ‘resources’ was used to analyse the dynamics of beach sand mining, beach erosion and the construction of protective sea walls. The indicator ‘disasters’ covers cyclones and tsunamis and the perception of potential dangers linked to natural hazards. The last indicator, ‘social conditions’, describes the local understanding of climate change and its scientific discourse, the role of media and politics. The thesis also analyses the locals’ observations of the environment and their interpretation, which is strongly linked to the different representations of the subject. It ends with a description of scenarios of a future sea level rise. Work on the thesis started from issues raised by specialists of coastal development planning. They needed a deeper understanding of the local population’s perception of the coastal area and they were looking for indications of what would make the locals accept the proposals of the planners. In the context of Oceania, the integrated management of the coast is complex and very different from the Western world. The aim of this anthropological analysis was to improve communication between the affected parties and to avoid further destruction of this sensitive environment which is crucial to the islands’ populations. This thesis is based on a multidisciplinary approach that complements natural science findings with those of the social sciences. It wants to contribute to the analysis of a problem which is going to impact severely on coasts across the planet: the predicted sea level rise linked to global climate change. The Pacific Islands are vulnerable to these developments in the short and medium term. This thesis approaches the issues from an anthropological viewpoint in an effort to point out potential adaptation strategies open and acceptable to the local populations. The analysis has identified three key factors which interfere in the communication between the local population and the coastal engineering specialists: (1) Ideas about climate change, current concepts about land management and a very bureaucratically structured way of life are imported concepts not inherent to the Polynesian culture. (2) Current lifestyles in the study areas increase the risk of exposure to natural hazards. The mode of residence prior to European contact was flexible and mobile and afforded appropriate and dynamic adaptation to changes in the environment. This flexibility is disappearing, which contributes to the current disturbances. (3) Communication is a key factor in connection with the introduction of new ideas. Polynesian culture is based on oral transmission. Legal texts which were written without considering the islanders’ perception of the coastal space are inadequate for the situation on the ground. It is vital to allow plenty of room for discussion and exchange of views because new ideas and proposals are put across much more effectively through the spoken word. This is also true for communication about and representations of climate change. Quite often information supplied by media or scientists is not effectively communicated and thus not well received.

Schlagwörter in Englisch

Climate change / Wallis / Rangiroa / Pacific Islands / perception of the environment

Dokumentenart: Hochschulschrift (Dissertation)
AutorIn: Worliczek, Elisabeth
Titel: La vision de l'espace littoral sur l'île Wallis et l'atoll Rangiroa dans le contexte du changement climatique
Untertitel: une analyse anthropologique de la perception des populations locales
Umfangsangabe: 499 S. : Ill., graph. Darst., Kt.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publikationsjahr: 2013
Sprache: fre ... Französisch
BetreuerIn: Mückler, Hermann
BeurteilerIn: Nunn, Patrick
2. BeurteilerIn: Tcherkezoff, Serge
Klassifikation: 73 Ethnologie, Volkskunde > 73.06 Ethnographie
73 Ethnologie, Volkskunde > 73.10 Umwelt und Kultur, Kulturökologie: Allgemeines
73 Ethnologie, Volkskunde > 73.50 Kultureller Wandel
74 Geographie, Raumordnung, Städtebau > 74.27 Australien, Ozeanien
74 Geographie, Raumordnung, Städtebau > 74.12 Stadtgeographie, Siedlungsgeographie
AC-Nummer: AC11461122
Dokumenten-ID: 29019
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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