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Die Dramatisierung des Kontaktes

Rohrbacher, Angelika (2013) Die Dramatisierung des Kontaktes.
Dissertation, University of Vienna. Katholisch-Theologische Fakultät
BetreuerIn: Hödl, Hans Gerald

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DOI: 10.25365/thesis.28912
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29929.14516.626570-8

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Abstract in German

Die Aufarbeitung der Tragödie der Shoah führte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer bemerkenswerten Popularisierung jüdischer Kulturelemente. Dies zeigt sich an einer beeindruckenden Dichte wissenschaftlicher Studien, die aus den unterschiedlichen sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen stammen, in denen jedoch großteils sehr essentialistische Konzepte von „Juden“ oder „Judentum“ vorherrschen und die sich teilweise als philosemitischer Gegenentwurf zum nationalsozialistischen „Rassenwahn“ präsentieren. Unter den Vorzeichen der „Wiedergutmachung“ erfolgte somit eine gewisse Hypostasierung jüdischer Religionsangehöriger. In dieser Arbeit soll unter Anwendung rezenter religionswissenschaftlicher Methodik die Struktur des nach der Shoah entstandenen Religionsnarratives „Judentum“ analysiert bzw. das in historiographischen Studien vermittelte Bild jüdischer Religiosität herausgearbeitet werden. Dabei zeigt sich, dass das Narrativ von einer spezifischen Abgrenzungsrhetorik geprägt ist, die eine vollkommene Gegensätzlichkeit von „jüdischen“ und „nicht-jüdischen“ Religionen und Kulturen behauptet. Religionssystemisch auffällig ist die ausschließlich unter „monotheistischen“ Prämissen wahrgenommene Religiosität von Juden und Jüdinnen in Kontrast zu Religionsformen ihrer jeweiligen historischen Umgebungskultur, die unter Einsatz einer pejorativen Terminologie („Polytheisten“, „Heiden“) abgegrenzt werden. Eine besondere Rhetorik der Abgrenzung ist jedoch gegenüber den „monotheistischen“ Religionskonkurrenten („Christen“) zu beobachten, die als das Paradigma judenfeindlicher Gesinnung verhandelt werden, gleichzeitig unter der zweifelhaften Metapher des „christlichen Abendlandes“ die markante Hintergrundfigur jüdischer Religionsgeschichte bilden. Überall dort, wo die scheinbar klaren Grenzen zur christlichen bzw. „nicht-jüdischen“ Umgebungskultur durchlässig werden, findet im Narrativ eine auffällige Dramatisierung des Kontaktes statt. Hier hat der redundante Rückgriff auf den „Kampfbegriff Assimilation“ die Funktion, das Exzeptionalismus-Modell jüdischer Geschichte aufrechtzuerhalten. Allerdings demonstrieren gerade die historischen ostjüdischen Religionskulturen bzw. rezente amerikanisch-jüdische Religionsphänomene wie Secular Judaism oder Jewish Spirituality einen beeindruckenden Religionspluralismus bzw. die hervorragende Adaptionsfähigkeit jüdischer Religionen. Durch neue methodische Ansätze kann somit das artifiziell abgeschlossene Religionsfeld „Judentum“ geöffnet und eine wissenschaftliche „Ghettoisierung“ vermieden werden.

Schlagwörter in Deutsch

Religionswissenschaft / Judentum / jüdische Identität / Jude / Nicht-Jude / jüdische Kultur / Christentum / jüdisch-christlich / Monotheismus / Polytheismus / Paganismus / Ostjudentum / ostjüdisch / jüdische Spiritualität / europäische Religionsgeschichte

Schlagwörter in Englisch

Religious Studies / Judaism / jewish identity / Jews / non-Jews / jewish culture / jewish historiography / Christianity / jewish-christian / monotheismus / polytheism / paganism / Ashkenazi Jews / jewish spirituality / European religious history

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Rohrbacher, Angelika
Title: Die Dramatisierung des Kontaktes
Subtitle: Abgrenzungsrhetorik im Religionsnarrativ "Judentum"
Umfangsangabe: 289 S.
Institution: University of Vienna
Faculty: Katholisch-Theologische Fakultät
Publication year: 2013
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Hödl, Hans Gerald
Assessor: Hödl, Hans Gerald
2. Assessor: Baier, Karl
Classification: 11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.20 Judentum: Allgemeines
AC Number: AC11236075
Item ID: 28912
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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