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Siebenbürgen ohne Siebenbürger?

Kührer-Wielach, Florian (2013) Siebenbürgen ohne Siebenbürger?
Dissertation, Universität Wien. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Schmitt, Oliver

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30285.19032.255263-7
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Abstract in Deutsch

Das Dissertationsprojekt widmet sich der Untersuchung des siebenbürgisch-rumänischen Diskurses im Zuge des Integrationsprozesses in den rumänischen Staat nach dem Ersten Weltkrieg. Es wird am siebenbürgischen Beispiel gezeigt, wie sich ein für die rumänische Gesellschaft neuer Pluralismus entwickelt, dem der erst in der Konsolidierungsphase befindliche Staat nicht gewachsen ist. In Verbindung mit äußeren Faktoren wie der Weltwirtschaftskrise und einem ausgeprägten, vielseitigen „Feindbildszenario“ verliert die Bevölkerung zunehmend das Vertrauen in den Staat und seine demokratische Ordnung. Die Untersuchung wird aus einer regionalen Perspektive angelegt. ‚Regionalität’ wird weder als statisches geographisches Phänomen, noch als reines Produkt der Diskurse betrachtet, sondern als ein „zwischen ideologischem Konstrukt und subjektiv erfahrener Handlungslandschaft“ eingebetteter, dynamischer Raum, in dem Diskurs räumlich konkretisiert und die unmittelbare Lebenswelt auf „überschaubarem“ Niveau diskursiv verallgemeinert wird. Die Untersuchung fokussiert auf eine (angenommene) nationale Gruppe in einer Region, die Siebenbürger Rumänen. Andere Gruppen bilden als Alteritäts- und Solidaritätspartner einen wesentlichen Bestandteil des untersuchten Diskurses. Ins Zentrum rücken alternative Möglichkeiten der Identifikation: Angebote der konfessionellen, sozialen, kulturellen und politischen Zusammengehörigkeit (groupness), Gemeinsamkeit (communality) und Verbundenheit (connectedness). (Vgl. Brubaker/Cooper, 2007). Gesellschaftliche Transformation – die Eingliederung in den „großrumänischen“ Staat im Zuge eines administrativen Zentralisierungsprozesses, die Suche nach den geeigneten Mitteln für einen beschleunigten Aufhol- und Modernisierungsprozess gegenüber dem „Westen“ und die „permanenten Krise“ nach 1918 stellen das Dispositiv für die Frage nach neuen Identifikationsangeboten und dem Aufstieg des autoritären Gedankens dar. Ein diskursanalytischer Zugang ermöglicht einerseits, den engen Zusammenhang zwischen institutionellem Wandel und dessen Instrumentalisierung durch politischen Akteure, und andererseits Identifikationsangebote, Abgrenzungen und die damit im Zusammenhang stehenden Überschreitungen der typischen Fremd- und Eigenzuordnung nachzuvollziehen. Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich von 1918, dem Moment der Entstehung „Großrumäniens“, bis 1933, dem Ende der letzten von Siebenbürger Rumänen dominierten Regierung.

Schlagwörter in Deutsch

Siebenbürgen / Rumänien / Zwischenkriegszeit / Diskurs / Regionalismus

Abstract in Englisch

The thesis is devoted to studying the political discourse of the Transylvanian Romanians in the course of the integration process into the Romanian state after World War I. The regional approach demonstrates the emergence of a pluralistic society and the incapability of the state and the government to cope with the new situation. In connection with the world economic crisis and a pronounced, complex threat scenario the population gradually lost its faith in the democratic conception of “Greater Romania”. The study takes on a regional perspective on the integration process; thus, ‘regionality’ is understood neither as a simple geographical phenomenon nor as a exclusive product of discursive practices, but rather as a dynamic space between ideological construction and a subjective experienced scenery of action. Here regional discourse gets its spatial concretisation, while the immediate living environment becomes discursively generalized on a “manageable” level. Furthermore, the survey focuses on the (assumed) group of the Transylvanian Romanians and their opportunities of identification: offers of confessional, social, political groupness, communality and connectedness (cf. Brubaker/Cooper, 2007). Other groups constitute important partners of alterity and/or solidarity in the examined discourse. Comprehensive social transformation – the integration into the Romanian state in the course of the administrative centralization process, the search for the appropriate means to accelerate the process of catching up and modernization compared with the western world, and the “permanent crisis” represent the disposition to ask for new offers of identification und the rise of authoritarian thought. Applying discourse analysis allows to reconstruct the close relation between institutional change and its political exploitation on the one hand, and reveals offers of identification as well as acts of demarcation and transgression related to the characteristic classifications of the ‘own’ and the ‘other’. The investigation period starts in the year 1918 when “Greater Romania” assumed shape, and ends in 1933 when the last Transylvanian-dominated government resigned.

Schlagwörter in Englisch

Transylvania / Romania / interwar period / discourse / regionalism

Dokumentenart: Hochschulschrift (Dissertation)
AutorIn: Kührer-Wielach, Florian
Titel: Siebenbürgen ohne Siebenbürger?
Untertitel: staatliche Integration und neue Identifikationsangebote zwischen Regionalismus und nationalem Einheitsdogma im Diskurs der Siebenbürger Rumänen ; 1918 - 1933
Umfangsangabe: 421 S.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publikationsjahr: 2013
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Schmitt, Oliver
BeurteilerIn: Schmitt, Oliver
2. BeurteilerIn: Ther, Philipp
Klassifikation: 10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines
15 Geschichte > 15.49 Ostmitteleuropa
15 Geschichte > 15.71 Osteuropa
15 Geschichte > 15.70 Balkanstaaten
AC-Nummer: AC10912920
Dokumenten-ID: 28458
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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