Universitätsbibliothek Wien

Der Briefwechsel zwischen Hermann Broch und Willi Weismann

Kuna, Kathrin (2008) Der Briefwechsel zwischen Hermann Broch und Willi Weismann.
Diplomarbeit, Universität Wien. Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Heydemann, Klaus

[img]
Vorschau
PDF
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved

Download (1179Kb)
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30444.62967.156853-7
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30444.62967.156853-7

Link zu u:search

Abstract in Deutsch

In der vorliegenden Arbeit wurde der Briefwechsel zwischen dem österreichischen Autor Hermann Broch und dem deutschen Verleger Willi Weismann zwischen 1946 und 1951 analysiert. Broch emigrierte 1938 über England in die USA, Weismann lebte, bis er 1941 eingezogen wurde, als selbständiger Buchhändler im Rheinland und in Berlin. Am Ende des Krieges kam er nach München, wo er sich in den letzten Kriegstagen am Widerstand gegen die Nationalsozialisten beteiligte und mitunter auch deshalb 1946 unter den ersten war, die eine Verlagslizenz der amerikanischen Besatzungsbehörde (Information Control Division) bekamen. Gemeinsam mit einem guten Bekannten von Hermann Broch, Herbert Burgmüller, gründete Weismann die Literaturzeitschrift Die Fähre (später Literarische Revue) und kooperierte auch mit Ernst Schönwiese und dessen Zeitschrift das silberboot. Weismann wandte sich im Herbst 1946 mit der Bitte etwas von Broch publizieren zu können, an diesen. Es sollte bis ins Jahr 1948 dauern, ehe aus seinen Bemühungen ein konkretes Projekt wurde. Im ersten Teil der Arbeit werden die geschichtlichen Hintergründe einerseits zu Weismanns Leben und Verlagstätigkeit, andererseits - soweit es möglich und bereits aufgearbeitet war – zur Situation der Buchproduktion in der amerikanischen Zone Deutschlands dargestellt. Da der Verleger in der Literaturwissenschaft ein Unbekannter geblieben ist, war es wichtig einen biographischen Abriss zu konstruieren und auch zu überprüfen, inwiefern Weismann im Zusammenhang mit Brochs Werk in der Sekundärliteratur erwähnt wurde. Die Rolle bzw. die Möglichkeiten des Verlegers in Weismanns Situation stand im Mittelpunkt der Beobachtungen. Die Briefe des Münchner Verlegers, der 1950 schließlich Brochs letzten Roman Die Schuldlosen publizierte, wurden im zweiten Teil dieser Arbeit editiert. Neben der Aufarbeitung der literatur- und sozialgeschichtlichen Aspekte des Verlagswesens in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg, wurde das Autor-Verleger-Verhältnis unter Miteinbeziehung des Schweizer Verlegers Daniel Brody vom Zürcher Rhein Verlag genauer analysiert. Die Korrespondenz wurde hinsichtlich der Spannung zwischen dem amerikanischen Exil, dem Schweizer Buchmarkt nach 1945 und der Buchwirtschaft im geteilten Deutschland zur Zeit des Wiederaufbaus und der Währungsreform gelesen. Mit der Theorie des literarischen Feldes des französischen Soziologen, Pierre Bourdieu, wurde die Beziehung zwischen Broch, Brody und Weismann als eigenes von unterschiedlichen Subfeldern durchmischtes Subfeld in Ansätzen herausgearbeitet. Anhand einer Untersuchung der einzelnen Kapitalformen (kulturelles, soziales, symbolisches,...) und ihrer Verteilung innerhalb des Subfeldes, wurde die Entstehungsgeschichte der Schuldlosen in dieser Arbeit von einem neuen Standpunkt aus betrachtet. Dabei wurden die Schwerpunkte so gewählt, dass die Erläuterungen auch als Kommentar zu den editierten Briefen Weismanns gelesen werden können.

Schlagwörter in Deutsch

Briefwechsel / Hermann Broch / Willi Weismann / Daniel Brody / Willi Weismann Verlag München / Rhein Verlag Zürich / Buchmarkt nach 1945

Abstract in Englisch

The topic of this thesis is the correspondence between the Austrian writer Hermann Broch and the German publisher Willi Weisman from Munich in the years 1946 to 1951. Hermann Broch emigrated to the United States via England in 1938, Weismann lived in the German region Rheinland and Berlin as a freelance bookseller until he was forced to serve in the army in 1941. During the last month of World War II he was sent to Munich, where he actively participated in the resistance during the last days of the war. His political activity certainly helped him to be amongst the first to become a publishing licence of the Information Control Division of the US in the year 1946. Together with a friend of Hermann Broch, Herbert Burgmüller, Weismann founded a literature magazine, called Die Fähre (the later title was Literarische Revue) and worked together with Ernst Schönwiese, the editor of the Austrian literature magazine das silberboot. Weismann sent his first letter to Broch in November 1946, asking him for articles he could publish in his magazine or even books for his publishing company. It wasn´t before 1948 that Weismann´s continuous interest in Broch´s work showed results. In 1950 he published Broch´s last novel entitled The Innocents. In the first part of this thesis the author wants to point out the historical, political and economical situation of Willi Weismann and his publishing company. As there has not been done much research on the publisher so far, neither on this period in German publishing industry, it was important to give a biographical overview and to check if Weismann was named in connection with this novel in secondary literature at all. Also it was necessary to at least give a draft of Broch´s current situation at the time of the correspondence. In the second part of the thesis Weismann´s letters to the Austrian writer in Exile have been edited. Apart from investigating certain aspects in literature and social history, especially in the German publishing field after WW II, the focus was also put on Broch´s Swiss publisher Daniel Brody of the Zurich publishing company Rhein Verlag. The tension between the three resulting from their different economical, cultural and also political backgrounds (American Exile, Return from Exile in Mexico and Swiss book production after 1945, and publishing in Germany during the period of reconstruction) was the focus of the analysis. Following the concept of the literature field by the French sociologist Pierre Bourdieu the specific relationship between the three men was regarded as their own subfield, resulting from their individual subfields. In the analysis of the different capital forms (social, cultural, symbolic,…) the focus was put on issues, which occur in the edited letters afterwards, so that the analysis also works as an explanatory comment.

Schlagwörter in Englisch

correspondence / Hermann Broch / Willi Weismann / Daniel Brody / Willi Weismann Verlag Munich / Rhein Verlag Zurich / publishing company / book production after 1945

Dokumentenart: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
AutorIn: Kuna, Kathrin
Titel: Der Briefwechsel zwischen Hermann Broch und Willi Weismann
Umfangsangabe: 213 S.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publikationsjahr: 2008
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Heydemann, Klaus
BeurteilerIn: Heydemann, Klaus
Klassifikation: 02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.15 Wissenschaftspolitik, Kulturpolitik
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.71 Literaturgeschichte
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.94 Literarische Einflüsse und Beziehungen, Rezeption
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.91 Literatursoziologie
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.90 Literatur in Beziehung zu anderen Bereichen von Wissenschaft und Kultur
AC-Nummer: AC07121979
Dokumenten-ID: 2752
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

Urheberrechtshinweis: Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datennetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das österreichische Urheberrechtsgesetz; insbesondere sind gemäß § 42 UrhG Kopien und Vervielfältigungen nur zum eigenen und privaten Gebrauch gestattet. Details siehe Gesetzestext.

Dokument bearbeiten (nur für AdministratorInnen) Dokument bearbeiten (nur für AdministratorInnen)