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Kann Akupunkt-Meridian-Massage (AMM) kurzfristig Einfluss auf Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität und Blutdruck nehmen?

Weber, Manuela (2008) Kann Akupunkt-Meridian-Massage (AMM) kurzfristig Einfluss auf Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität und Blutdruck nehmen?
Dissertation, Universität Wien. Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport
BetreuerIn: Bachl, Norbert

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30231.21510.392254-5
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Abstract in Deutsch

In den letzten Jahren hat das Interesse an alternativen Methoden zur Erhaltung von Gesundheit, zum Teil in Kombination mit der Schulmedizin, unaufhörlich zugenommen. Immer öfter ist die Rede von der Traditionellen Chinesischen Medizin, die als solche Alternative gilt. Die TCM beinhaltet viele Facetten und die Akupunkt-Meridian-Massage (AMM) ist eine von ihnen. Die Arbeit befasst sich nun damit, inwieweit Akupunkt-Meridian-Massage kurzfristig Einfluss auf das kardiovaskuläre System als Ausdruck des sympathovagalen Gleichgewichtes nehmen kann. Verglichen werden hierfür die Parameter der ProbandInnen unter Einfluss von Akupunkt-Meridian-Massage sowie Placebo-Massage. Zur Ermittlung der Werte finden die Polar S810 und ein Blutdruckgerät von Hartmann Tensoval Anwendung. Es gilt herauszufinden, ob sich Akupunkt-Meridian-Massage auf die Parameter auswirkt und sich eventuelle Unterschiede zur Placebo-Massage eruieren lassen. Die Resultate sprechen einerseits für eine erhöhte parasympathische, andererseits für eine gestiegene sympathische Aktivität. Im AMM-Versuch verzeichnen die ProbandInnen zum Schluss eine niedrigere Herzfrequenz. Dies scheint im ersten Moment positiv zu sein, doch handelt es sich hierbei nur um zirka zwei Schläge verglichen zum Ausgangswert, während die Herzfrequenz im Placebo-Versuch um 1,97 S/min (gemessen mit Polar S810) steigt. Somit differiert das Endergebnis um zirka 4 Schläge in der Minute. Eventuelle Vergleichszahlen ohne jegliche (Schein-) Beeinflussung der Werte wären hier interessant. Über eine Wirkung von AMM auf den Blutdruck lassen sich keinerlei Aussagen treffen. Als signifikant gilt bloß der diastolische Blutdruck, der im Placebo-Versuch ansteigt. Rückschlüsse auf den AMM-Versuch können deshalb nicht gezogen werden, obwohl in diesem Fall eine geringere Erhöhung der Werte, verglichen zum Ausgangswert, vorliegt (systolischer Blutdruck = AMM: Anstieg um 1,08 mmHg vs Placebo: Anstieg um 2,55 mmHg; diastolischer Blutdruck = AMM: Anstieg um 2,14 mmHg vs Placebo: Anstieg um 3,03 mmHg). Die Erhöhung beträgt somit mit Placebo-Versuch um zirka 1 mmHg mehr. Also ein (nicht signifikantes) Ergebnis, das theoretisch keine wesentlichen Unterschiede erkennen lässt. In Bezug auf die Herzfrequenzvariabilität steigen sowohl Parameter des parasympathischen (pNN50, HF, RMSSD) sowie des sympathischen Systems (LF, VLF) an. Im Fall der LF registriert die Polar S810 im AMM-Versuch höhere Werte als während des Placebo-Tests, doch gilt dies ebenso für die HF. Ansonsten verhalten sich die Werte sehr ähnlich. Die Resultate LF/HF sind nicht signifikant und lassen daher auch keine näheren Analysen zu. Die VLF unterliegt starken Schwankungen und ist wahrscheinlich in diesem Zusammenhang kaum aussagekräftig. Als Ausdruck der parasympathischen Aktivität wird unter anderem pNN50 angesehen. Dieser Wert erhöht sich zwar tendenziell um ca. 3% im AMM-Versuch, von einem signifikanten Resultat kann jedoch nicht gesprochen werden. (Im nicht signifikanten Placebo-Test steigt pNN50 um ca. 2% bis zum Ende der Untersuchung). Für RMSSD gilt eine signifikante Erhöhung im AMM-Versuch. Einen ähnlichen nicht signifikanten Verlauf nimmt der Wert im Placebo-Test. Dabei steigt der Wert im AMM-Versuch vom Ausgangswert bis zur zweiten Nachmessung um 16,5 ms an während sich dieser im gleichen Zeitraum im Placebo-Test bloß um 8,8 ms (n.s.) erhöht. Des Weiteren fällt RMSSD im Placebo-Versuch bis zur letzten Messung unter die zu Beginn erhobenen Daten. Im AMM-Test ist ebenso ein Abfall bis zur letzten Messung ersichtlich, doch bleiben die Werte trotzdem erhöht (um 9,24 ms). Von einem Effekt der Akupunktmassage kann demnach nur bedingt gesprochen werden. Vor allem die Problematik der ProbandInnenrekrutierung gleicht mitunter einem wesentlichen Hindernis und gilt gleichzeitig als größte Aufgabe. Der spezielle Mechanismus einer Akupunktur oder AMM beziehungsweise deren Effekt auf das kardiovaskuläre System bleibt somit nach wie vor unklar und benötigt weitere Untersuchungen.

Schlagwörter in Deutsch

Akupunkt-Meridian-Massage / Herzfrequenz / Herzfrequenzvariabilität / Blutdruck

Dokumentenart: Hochschulschrift (Dissertation)
AutorIn: Weber, Manuela
Titel: Kann Akupunkt-Meridian-Massage (AMM) kurzfristig Einfluss auf Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität und Blutdruck nehmen?
Umfangsangabe: 158 S. : Ill., graph. Darst.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport
Publikationsjahr: 2008
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Bachl, Norbert
BeurteilerIn: Bachl, Norbert
2. BeurteilerIn: Weiß, Otmar
Klassifikation: 76 Sport, Freizeit, Erholung > 76.29 Sport, Sportwissenschaft: Sonstiges
AC-Nummer: AC05039314
Dokumenten-ID: 2682
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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