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Die absolute Chronologie der frühen Tempel von Alchi, Ladakh

Binder, Nina (2012) Die absolute Chronologie der frühen Tempel von Alchi, Ladakh.
Diplomarbeit, Universität Wien. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Klimburg-Salter, Deborah E.

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29042.07765.664659-6
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Abstract in Deutsch

Der Klosterkomplex von Alchi chos'khor in Ladakh ist eines der schönsten Beispiele für frühe buddhistische Kunst im westlichen Himalaya. Zusätzlich zur hohen Qualität seiner Ausführung und der Schönheit seiner Malereien ist Alchi der einzige völlig erhaltene Klosterkomplex seiner Zeit und bildet so ein wichtiges Zeugnis für die reiche und kosmopolitische Kultur, die ihn hervorgebracht hat. Trotz seiner einzigartigen Position in Geschichte und Kunst der gesamten Region bleibt die Entstehungszeit Alchis unklar. Ein Grund dafür ist das Fehlen historischer Quellen; einzige überlebende Hinweise auf seine Geschichte sind einige Namen in den Inschriften. Im Zuge der 1914 begonnenen Erforschung des Tempelkomplexes haben sich zwei Möglichkeiten einer Datierung herausgebildet. Die frühe Datierung – Mitte des 11. Jahrhunderts für den ´Du-khang und das späte 11., bzw. Frühe 12. Jahrhundert für den gSum-brtsegs – wurde als erstes 1977 von David Snellgrove und Tadeus Skorupski angenommen. Sie basierten ihre Annahme auf der Erwähnung Nyar-mas in einer der Inschriften im ´Du-khang. Weitere Argumente dafür wurden 1980 von Philipp Denwood auf Basis einer detaillierten Analyse aller Inschriften vorgebracht. Die frühe Datierung blieb unangefochten bis 1990, als Roger Goepper eine Reihe von Malereien und dazugehöriger Inschriften des dritten Stocks des gSum-brtsegs publizierte, die bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt waren.Sie zeigen die Linie der ‘Bri-gung-bKa rgyud von Tilopa bis ‘Bri-gung-pa. Da das Todesjahr des letzteren mit 1217 bekannt ist, schloss Goepper aus seiner Entdeckung auf eine Entstehungszeit des gSum-brtsegs auf ungefähr 1220, den ´Du-khang schätze er etwa 2 Generationen älter ein. Ziel dieser Arbeit war es, die zum Thema der Datierung der frühen Tempel von Alchi chos'khor publizierte Literatur zu sammeln, zu analysieren und sie logisch und chronologisch anzuordnen um ein klares Bild aller gegebenen Daten und ihres jeweiligen Halts in den Fakten zu erlauben. Die Analyse und die Überprüfung der Argumente wurde durch die Arbeit mit dem Bildmaterial ermöglicht, das auch den besprochenen Wissenschaftlern selbst zur Verfügung stand, und welches sich im Western Himalayan Archive Vienna befindet. Nach Abschluss dieser Arbeit muss die Frage gestellt werden, ob die Liniendarstellung im gSum-brtsegs tatsächlich als zeitgenössisch mit den anderen Malereien einzustufen ist. Da dies stark in Zweifel gezogen werden muss, kann sie nicht zur Datierung des gesamten Tempels oder der Tempelanlage verwendet werden. Auch die frühe Datierung ist kaum gedeckt. Die einzige, aus den vorliegenden Fakten ablesbare Tatsache ist die Verbindung des Gründers des `Du-khang mit dem Kloster von Nyar-ma, woraus auf ein frühest mögliches Entstehungsdatum von ca. 1000 geschlossen werden kann. Genauso unklar ist die relative Chronologie der Tempelanlage. In dieser Arbeit wird auf Basis kunsthistorischer Analysen eine nahe Verbindung zwischen den Tempel vorgeschlagen, wobei der ´Du-khang möglicherweise als der erste fertiggestellte Tempel zu sehen ist. Die Inschriften scheinen ein ähnliches Bild zu zeigen. Diese Arbeit möchte eine Basis für weiterführende Beschäftigung mit der Thematik bilden da eine Klärung dieser weitreichenden Fragestellungen innerhalb des gesetzten Rahmens nicht möglich ist. Die behandelten Punkte laden daher zur Überprüfung an den Objekten selbst ein.

Schlagwörter in Deutsch

Alchi / gSum-brtsegs / `Du-khang / mChod-rten / Datierung / absolute Chronologie / relative Chronologie

Abstract in Englisch

The monastery of Alchi chos’khor in Ladakh is one of the most refined examples of early Buddhist art of the Western Himalayas. In addition to its fine workmanship and the amazing beauty of its paintings, Alchi is the only completely intact monastery which has been preserved over time to bear witness to the rich and cosmopolitan culture that brought it forth. Despite its singular position in the art and history of the whole region, the time of its foundation remains unclear. A reason for this is the lack of historical sources concerning Alchi. Aside from some names given in the inscriptions no historical data remains. In the course of the research conducted about the monastery complex which started in 1914, two schools of dating have manifested themselves. The early dating, mid-11th century for the ‘Du-khang and the late 11th or early 12th century for the gSum-brtsegs was first established in 1977 by David Snellgrove and Tadeus Skorupski, based on the mentioning of the monastery of Nyar-ma in one of the ‘Du-khang inscriptions. Further arguments for the early dating theory were put forward in 1980 by Philip Denwood, who offered a detailed analysis of all inscriptions. The early date was uncontested until 1990, when Roger Goepper published a set of paintings and accompanying inscriptions of the third storey of the gSum-brtsegs which up to this point had been unknown. The panel shows the lineage of the ‘Bri-gung-bKa rgyud from Tilopa to ‘Bri-gung-pa. Since the latter’s year of death, 1217, is known, Goepper concluded that the gSum-brtsegs must have been founded about 1220, the ‘Du-khang maybe two generations earlier. It was the aim of this thesis to collect and analyse the literature published on the subject of the dating of Alchi chos’khor’s early temples, and to align it logically and chronologically so as to give a clear picture of all the dates given and their respective foundations in the facts. Furthermore I have endeavoured to follow the arguments by analysing the photographic material used by the scientists themselves located in the Western Himalayan Archive Vienna. Upon conclusion of my research I have to raise the question whether the lineage depiction in the gSum-brtsegs is really contemporary with the other early paintings. I believe it is not and therefore cannot be used as a means to establish the dating of the temple, let alone the whole complex. While the early date seems more logical, very little actually speaks for it. The only fact to be read from the existing data is the connection of the founder of the ‘Du-khang with the monastery of Nyar-ma which leaves us with an earliest possible dating of around 1000. The relative chronology of the temples remains equally unsure. In the course of my research I have suggested a close connection between them on the basis of art historical analysis, with the ‘Du-khang being possibly the first to be finished. The inscriptions seem to show a similar picture. All the points established in the course of my research mean to provide a basis which needs further examination by directly working with the objects.

Dokumentenart: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
AutorIn: Binder, Nina
Titel: Die absolute Chronologie der frühen Tempel von Alchi, Ladakh
Umfangsangabe: 95 S. [ca. 20] Bl. : Ill., Kt.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publikationsjahr: 2012
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Klimburg-Salter, Deborah E.
BeurteilerIn: Klimburg-Salter, Deborah E.
Klassifikation: 20 Kunstwissenschaften > 20.20 Ikonographie
21 Einzelne Kunstformen > 21.11 Wandmalerei
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte
AC-Nummer: AC10738491
Dokumenten-ID: 26521
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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