Universitätsbibliothek Wien

Zwischen Enklave und transnationalem Raum

Schneider, Wilma (2012) Zwischen Enklave und transnationalem Raum.
Dissertation, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Reinprecht, Christoph
Gesperrt bis: 27 October 2014
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29660.03169.966760-0

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Abstract in German

Im Zentrum der Forschungsarbeit stehen Herausforderungen deutschsprachiger Expatriates in der indischen Metropole Pune, die Multinationals in den vergangenen Jahren stärker für sich erschlossen, und in Folge Expatriates nach Pune gesandt haben. Rund 1.550 deutschsprachige Expatriates lebten 2011 in Pune. Das Ziel der Arbeit ist es, persönliche und soziokulturelle Herausforderungen deutschsprachiger Expatriates, unter besonderer Berücksichtigung jener im Zuge außerberuflicher transkultureller Kontakte, aufzuzeigen. Es ist von Interesse, wo Expatriates im Spannungsfeld zwischen transnationalen Räumen und Enklavenbildung innerhalb lokaler Gesellschaftsstrukturen verortet werden können. Mögliche kolonial bedingte Wechselwirkungen in Interaktionen mit indischen GesprächspartnerInnen werden hinterfragt, um herauszufinden, inwieweit sie sich im Denken und Handeln von Expatriates und Punekars manifestiert haben. Innerhalb einer einjährigen Forschungsdauer kam ein breiter Methodenmix in der Erhebung qualitativer und quantitativer Daten zur Anwendung. Die Formulierung von Thesen hat den Forschungsprozess mittels eines generierenden Verfahrens begleitet, ebenso Abgleiche von Eigen- und Fremdwahrnehmungen. Zunächst erfolgten 41 überwiegend verdeckte Beobachtungen, wo auch Einstufungen interkultureller Sensibilität von Expatriates vorgenommen wurden. 29 Blogeinträge und Skype-Protokolle wurden in die Analyse einbezogen. Im Rahmen von sieben ExpertInnen-Interviews wurden Vorannahmen hinterfragt und inhaltlich vertieft. Ausgewählt wurden indische und deutsche ExpertInnen unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen, um dem multiprofessionellen Anspruch der Forschung gerecht zu werden. Tiefeninterviews mit zehn in Pune lebenden InderInnen und zehn deutschsprachigen Expatriates in Pune, haben anhand gezielter Fragen eine endgültige Thesenüberprüfung ermöglicht. Auswertungen von Textmaterialen erfolgten anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse. Trotz überschaubarer Beobachtungs- und Interviewzahlen können bedingt durch die mehrdimensionale methodische Ausrichtung über Einzelaussagen hinausgehende Forschungserkenntnisse gewonnen werden, die für Expatriates in urbanen indischen Räumen von Relevanz sind. Beobachtete Expatriates haben im direkten Umgang mit indischen GesprächspartnerInnen überwiegend ethnorelativistisches Verhalten gezeigt, unter anderen Expatriates überwogen hingegen ethnozentristische Aussagen, die häufig mit Pauschalisierungen und Degradierungen „der InderInnen“ einhergingen. Expatriates bilden geschützte Enklaven, wo sie sich temporär von ihrem fordernden und möglicherweise überfordernden Umfeld zurückziehen können. Eine große Herausforderung liegt darin, diese geschützten Räume immer wieder aufs Neue zu verlassen, um in das lokale Leben eintauchen zu können. Dass Erfahrungen, die im Zuge von Machtausübung und Unterdrückung während der britischen Kolonialzeit gemacht wurden, im Verhalten indischer GesprächspartnerInnen gegenüber Expatriates bis heute in deren dualem Verhältnis auf Interaktionen einwirken, wird anhand der Forschungsergebnisse ebenfalls belegt.

Schlagwörter in Deutsch

Pune / Indien / deutschsprachige Expatriates / persönliche und soziokulturelle Herausforderungen / Enklavenbildung / transnationale soziale Räume / interkulturelle Kommunikation / kulturelle Identität / britischer Kolonialismus / koloniales Paradigma

Abstract in English

The research focuses on challenges of German speaking expatriates in the Indian metropolis Pune, which multinationals have recently developed, and sent in series expatriates to Pune. In 2011 around 1,550 German-speaking expatriates have been living in Pune. The aim of the paper is to find out personal and socio-cultural challenges of German-speaking expatriates, with special emphasis on transcultural contacts outside the professional sector. It is of interest, where expatriates can be located in the contradictory fields of transnational spaces and enclavisation within local societal structures. Possible interdependencies due to colonial history in interactions with Indian conversational partners will be questioned to find out, how they have manifested in thoughts and actions of expatriates and Punekars. Within a one-year research period, a wide collection of methods was used to acquire qualitative and quantitative data. The formulation of theses has accompanied the process of research by a generating proceeding, as well as comparisons of internal and external perceptions. At first 41 mostly covert participant observations have taken place, where classifications of intercultural sensitivity of expatriates were made. 29 blog entries and Skype protocols were included in the analysis. Within the framework of seven interviews with experts, assumptions were questioned and substantiated. Selected were Indian and German experts from different disciplines in order to correspond to the multi-professional research claim. In-depth interviews with ten Indians living in Pune and ten German expatriates in Pune, have enabled a final review of theses in using specific questions. Evaluation of text materials has been made by qualitative content analyses. In spite of reasonable observations- and interview numbers, due to the multi-dimensional methodological orientation, research-findings can be made beyond individual observations, and will be of relevance for expatriates in Indian urban areas. Observed expatriates have shown during direct interactions with Indian interlocutors mainly ethnorelativistic behavior, amongst other expatriates ethnocentric statements have predominated, oftentimes accompanied by generalizations and demotions of “the Indians". Expatriates form protected enclaves, where they can withdraw temporarily from their demanding and possibly overburdening environment. One major challenge is to leave these protected areas time and time again, to immerse in local life. That those experiences, which were made in the course of power and oppression during the British colonial period, still affect the behaviour of Indian interlocutors towards expatriates in their dual relation, through influencing interactions, will be proved on the basis of the research results.

Schlagwörter in Englisch

Pune / India / german-speaking expatriates / personal and sociocultural challenges / enclavisation / transnational social spaces / intercultural communication / cultural identity / british colonialism / colonial paradigm

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Schneider, Wilma
Title: Zwischen Enklave und transnationalem Raum
Subtitle: persönliche und soziokulturelle Herausforderungen deutschsprachiger Expatriates in Pune - Indien
Umfangsangabe: 406 S. : graph. Darst., Kt.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publication year: 2012
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Reinprecht, Christoph
Assessor: Reinprecht, Christoph
2. Assessor: Hörl, Josef
Classification: 71 Soziologie > 71.13 Soziales Milieu
71 Soziologie > 71.52 Kulturelle Prozesse
AC Number: AC10751370
Item ID: 26433
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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