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Is heritage "gender-blind"

Bohrn, Petra (2013) Is heritage "gender-blind".
Diplomarbeit, Universität Wien. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Schmale, Wolfgang

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29670.44729.428955-6
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Abstract in Englisch

This study is concerned with the representation of women in a Welsh heritage museum. As a qualitative study, it wants to contribute to the broad field of gender studies and provide some empirical data for the research in heritage and gender studies. The core of this diploma thesis is the analysis of the outdoor exhibition and the photographic archive of St. Fagans: National History Museum in Wales with regard to the representation of women. The data used for this purpose is the museum exhibition itself as well as a corpus of 72 black-and-white photographs from the photographic archive of the institution. The central question is “Is heritage 'gender-blind'?”, assuming that all spaces are gendered and contribute to the establishment or strengthening of gender relationships, arguing, however, that these relationships are often neglected in research and that heritage museums have a tendency to appeal to nostalgia and empathy in their visitors instead of challenging them and introducing radical new ideas. As a starting point chapter 2 provides an answer to the question what cultural heritage is, examining the history of the concept as well as introducing some heritage organisations. Chapter 3 illustrates the relationship between heritage and gender studies. Chapter 4 presents the central object of the study, i.e. St. Fagans: National History Museum in Wales. The exhibitions and archives of the institution are introduced and explained briefly and an attempt is made to position St. Fagans in the heritage context. Chapter five is a brief outline of the methodology used for the study and chapter six presents the core of the study: the analysis of the heritage museum focusing on the outdoor exhibition and the photographic archive. Regarding the outdoor exhibition, the representation of women in homes and shops are studied. On top of that the existence of a number of explicitly 'male' buildings on the premises is illustrated. Concerning the photographic archive, the focus lies on images of women doing domestic work. Chapter seven examines some difficulties and limitations a heritage museum has to face: some general and practical problems in museum work and the issue of tourism and the need to attract visitors to preserve the place. The fact that the analysed heritage museum is located in Wales adds another interesting aspect, i.e. national identity. I argue that the establishment and strengthening of a distinct national identity is still a very dominant issue at St. Fagans: National History Museum and other aspects of historical research such as gender only take second place compared to that. Finally some suggestions are made for improvements in museum work regarding the representation of women in heritage museums in the future and chapter eight presents the overall conclusion as well as some personal concluding remarks.

Schlagwörter in Englisch

women's and gender studies / representation of women / Wales / Welsh, St. Fagans: National History Museum / heritage / world heritage / heritage museum / open-air museum / outdoor exhibition / UNESCO / images / photos / national identity / problems with museum work / gender-blind / feminist studies / photographic archive / history / sources

Abstract in Deutsch

Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der Frage, ob Frauen in unserem kulturellen Erbe repräsentiert werden. Sie versteht sich als Beitrag zur Frauen- und Geschlechtergeschichte und als Aufbereitung empirischer Daten für weitere Forschungsarbeiten. Im Zentrum der Arbeit steht die Analyse eines walisischen Freilicht- und Volksmuseums, St. Fagans: National History Museum. Der Fokus liegt dabei auf der Freilichtausstellung und dem Foto-Archiv, die auf ihre Repräsentationen von Frauen hin untersucht werden. Die verwendeten Quellen waren einerseits die Freilichtausstellung des Museums selbst, andererseits ein Korpus von 72 Schwarz-Weiß-Fotos aus dem Foto-Archiv von St. Fagans. Die Leitfrage der Studie lautet: „Ist unser kulturelles Erbe blind für Geschlechterbeziehungen?“. Es wird davon ausgegangen, dass alle Orte durch Gender geprägt sind und dadurch zum Aufbau und der Stärkung von Geschlechterbeziehungen und -hierarchien beitragen. Gleichzeitig wird diese Vergeschlechtlichung von Orten oft ignoriert und Volksmuseen und historische Freizeitparks neigen dazu Inhalte zu simplifizieren und sich der nostalgischen Vergangenheitsverherrlichung zu verschreiben, statt die Besucherinnen und Besucher durch die Aufbereitung radikaler neuer Ideen zum Denken zu bringen. Am Beginn der Arbeit steht die Auseinandersetzung mit dem Begriff „heritage“, der auf Deutsch nur wenig zufriedenstellend als „kulturelles Erbe“ übersetzt werden kann. Einige Begriffsdefinitionen werden diskutiert und anschließend das Konzept des Begriffs vorgestellt, das in der vorliegenden Arbeit verwendet wird. Ein Überblick über die Geschichte des Begriffs, sowie die Vorstellung einiger (internationaler und nationaler) Organisationen, die sich mit der Identifikation und dem Schutz von so genanntem Weltkulturerbe befassen schließen Kapitel 2 ab. Kapitel 3 verbindet das Konzept kulturellen Erbes mit Geschlechtlichkeit und zeigt den Zusammenhang zwischen dinglichem und nicht dinglichem Kulturgut und Geschlechterbeziehungen und -rollen auf. Kapitel 4 stellt das Museum vor, in dem die Recherchen durchgeführt wurden: St. Fagans: National History Museum, ein Freilichtmuseum außerhalb von Cardiff, Wales. Zunächst wird die Geschichte der Freilichtmuseen im Allgemeinen erörtert, um dann genauer auf St. Fagans einzugehen. Die Ausstellungen und Archive des Museums werden vorgestellt und ein Zusammenhang zwischen dem Freilichtmuseum und dem Begriff „kulturelles Erbe“ wird hergestellt. Kapitel 5 zeigt den methodischen Zugang, der für die Arbeit gewählt wurde, nämlich ein feministischer Zugang zur Geschichtsforschung, bei dem die vorliegenden Quellen kritisch und aus einer geschlechtersensiblen Perspektive beleuchtet werden und auch Abwesenheiten und bewusste oder unbewusste Auslassungen analysiert werden. Kapitel 6 bildet das Herz der Studie, d.h. die Analyse der Freilichtausstellung und des Foto-Archivs von St. Fagans: National History Museum. Die Darstellung von Frauen in den Gebäuden von St. Fagans wird genau beschrieben und dabei muss man feststellen, dass das weibliche Geschlecht auf einige wenige Bereiche reduziert wird, nämlich Hausarbeit und Familie. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle und den Leben der Frauen ist weitestgehend nicht gegeben. Interessanterweise ist es möglich einige offensichtlich 'männliche' Gebäude zu identifizieren, während das selbe für 'weibliche' Orte nicht möglich ist. Im Bezug auf das Foto-Archiv wurde absichtlich der Fokus Hausarbeit gewählt. Den Einstieg bildet eine kurze quantitative Beschreibung der Struktur und Organisation des Archivs, der Hauptteil besteht jedoch aus einer qualitativen Analyse einzelner Bilder und Bildgruppen, sowie der Herkunft der Bilder. Unterschieden wird zwischen Bildern, die dem Museum gespendet wurden und solchen, die vom Museumspersonal in Auftrag gegeben oder zu Dokumentationszwecken sogar selbst gemacht wurden. In beiden Bereichen werden auch Auslassungen und Absenzen analysiert. Es ist festzustellen, dass das Museum einerseits zwar eine Fülle von Quellen zur Frauen- und Geschlechtergeschichte beinhaltet, diese andererseits jedoch sehr einseitig und unkritisch behandelt werden. Kapitel 7 zeigt die Probleme auf, mit denen Freilichtmuseen und historische Freizeitattraktionen zu kämpfen haben und will somit verdeutlichen, dass die bestehenden Schwächen nicht immer leicht zu beseitigen sind. Es gibt Probleme bei der Arbeit mit Museen und Archiven. Weiters besteht eine große Spannung zwischen der Institution als Bildungseinrichtung und der Notwendigkeit Publikum anzuziehen und somit ein gewisses Maß an Unterhaltung zu bieten. Im Fall von Wales wird noch ein weiterer Faktor deutlich: Die Abgrenzung zu England und der englischen oder britischen Kultur ist nach wie vor sehr wichtig und der Aufbau und die Erhaltung einer nationalen Identität scheinen schlicht und einfach wichtiger als die Einbeziehung von Geschlechtergeschichte. Abschließend werden einige Vorschläge für Verbesserungen in der Zukunft gemacht und Kapitel 8 fasst die Inhalte der Studie noch einmal zusammen und endet mit einigen persönlichen Abschlussbemerkungen.

Schlagwörter in Deutsch

Frauen- und Geschlechtergeschichte / Weltkulturerbe / Quellen / Gender Studies / Repräsentation / UNESCO / St. Fagans / Freilichtmuseum / Fotos / Bildquellen / Museum / Probleme mit Museumsarbeit / nationale Identität

Dokumentenart: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
AutorIn: Bohrn, Petra
Titel: Is heritage "gender-blind"
Untertitel: an assessment of the representation of women in a Welsh open-air museum
Umfangsangabe: 119 S. : Ill., graph. Darst.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publikationsjahr: 2013
Sprache: eng ... Englisch
BetreuerIn: Schmale, Wolfgang
BeurteilerIn: Schmale, Wolfgang
Klassifikation: 15 Geschichte > 15.64 Großbritannien, Irland
15 Geschichte > 15.03 Theorie und Methoden der Geschichtswissenschaft
AC-Nummer: AC10713059
Dokumenten-ID: 25526
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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