Universitätsbibliothek Wien

Zwei Riesen und ein Zwerg

Cvetojevic, Milan Mile (2013) Zwei Riesen und ein Zwerg.
Diplomarbeit, University of Vienna. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Liedl, Gottfried

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DOI: 10.25365/thesis.25287
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29177.69118.949662-4

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Abstract in German

Im Europa des 16. und 17. Jahrhunderts stellte die Levante eine wichtige Verbindung im Welthandel zwischen Indien und Europa dar. Durch ihre Expansion gelangten die Osmanen in den Besitz aller Routen, die über die Levante führten. Damit wurden sie zum Haupthandelspartner Venedigs und Dubrovniks zweier mediterraner Seerepubliken, die schon lange Handel mit dem Orient betrieben hatten. Dadurch erreichten sowohl Venedig als auch Dubrovnik in diesen zwei Jahrhunderten den Höhepunkt ihres Reichtums. Mit der zunehmenden Teilnahme westeuropäischer Staaten am Handel mit der Levante wurden die beiden Seerepubliken stufenweise aus dem lukrativen Geschäft im Osmanischen Reich verdrängt. Gestärkt durch größere Ressourcen und durch den zunehmenden transatlantischen Handel, konnten die Westeuropäer mehr aufs Spiel setzen als ihre Kontrahenten aus dem Mediterran. Die Osmanen leisteten ihnen große Hilfe, durch die Kooperation mit den westeuropäischen Mächten suchten sie in erster Linie Verbündete gegen das Papsttum, die Spanier und die Habsburger. Durch die Kapitulationen bekamen die Westeuropäer auch beträchtliche Handelsprivilegien, die im merkantilistisch werdenden Europa gerne angenommen wurden. Andererseits machten die Osmanen eine gegensätzliche Politik, die die Einfuhr bevorzugte. Damit wurde ein sich gegenseitig ergänzendes System geschaffen. Der mangelhafte Schutz der einheimischen Manufaktur und Kaufleute, den die osmanischen Regierung ihnen gewährte – sie hatte vor allem die fiskalischen Einkünfte im Auge – verursachte langfristig den Verfall dieser wirtschaftlichen Kategorie im Osmanenreich. Im 16. und 17. Jahrhundert konnten die Osmanen noch keine Folgen dieser Politik spüren, allerdings waren Venedig und Dubrovnik aufgrund mangelnder Ressourcen bald keine Konkurrenten für die Westeuropäer mehr. Dadurch entstanden die Zentren der kapitalistischen Weltwirtschaft in Westeuropa, die noch immer bestehen. Alle drei Staaten wurden Opfer in erster Linie ihrer geografischen Lage und zusätzlich der eigenen Weltanschauung.

Schlagwörter in Deutsch

Osmanenreich / Osmanisches Reich / Dubrovnik / Ragusa / Venedig / Indien / Alexandrien / Istanbul / Tripoli / Persien / Mogul / Afrika / osmanisch / ragusanisch / venezianisch / transatlantisch / England / Frankreich / die Niederlande / Portugal / Spanien / Habsburger / Kap / Route / Handel / Markt / Kaufleute / Händler / Wirtschaft / Manufaktur / Kapitalismus / Gewürze / Seide / Wolle / Export / Import / Ausfuhr / Einfuhr / Levante

Abstract in English

The Levant was an important link in the international trade between India and Europe in the 16th and 17th centuries. In the course of their expansion throughout the Middle East the Ottomans came into possession of all routes leading through the Levant. Thereby they became the main trading partner of Venice and Dubrovnik, two Mediterranean maritime republics, both of which already had a long history of trade relations with the Orient at this time. Thanks to this interaction both Venice and Dubrovnik reached the height of their prosperity during these two centuries. With the increasing involvement of the Western European countries in trade with the Levant, the two maritime republics were gradually forced out of the lucrative business within the Ottoman Empire. With greater resources and strengthened by the increasing transatlantic trade, the Western Europeans were capable of investing more in this economic race than their Mediterranean opponents. The Ottomans themselves rendered great help in this competition, because they saw in the Western European powers potential allies against the Papacy, Spain and the Habsburgs. With the capitulations the Western European states also gained significant trading privileges, which were gladly accepted because of their compatibility with the new European mercantilist theory. The Ottomans pursued a contrary policy, which preferred the import of goods, thereby creating a mutually supportive system. However, the lack of protection of domestic manufacture and merchants by the Ottoman government, which mainly had fiscal income in mind, caused the long-term decline of these economic categories in the Ottoman Empire. In the 16th and 17th centuries, the Ottomans did not feel any consequences of this policy. On the downside, Venice and Dubrovnik had much fewer resources available and were thus soon eliminated as competition for the Western Europeans in the Levant. This resulted in the shift of the centers of the capitalist world economy to Western Europe, where they are still located. All three state investigated in this paper were victims primarily of their geographical location but also of their own world view.

Schlagwörter in Englisch

Ottoman Empire / Dubrovnik / Ragusa / Venice / India / Alexandria / Istanbul / Tripoli / Persia / Mughal / ottoman / ragusan / venetian / transatlantic / England / France / the Netherlands / Portugal / Spain / Habsburg / Kapp / route / Trade / market / merchants / traders / economy / manufacturing / capitalism / spices / silk / wool / export / import / Levante / Orient / 16th century / 17th century / capitulation / ahdname / transport

Item Type: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
Author: Cvetojevic, Milan Mile
Title: Zwei Riesen und ein Zwerg
Subtitle: das Osmanenreich als Handelspartner von Venedig und Dubrovnik im 16. und 17. Jahrhundert
Umfangsangabe: 137 S.
Institution: University of Vienna
Faculty: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publication year: 2013
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Liedl, Gottfried
Assessor: Liedl, Gottfried
Classification: 15 Geschichte > 15.09 Wirtschaftsgeschichte
15 Geschichte > 15.20 Allgemeine Weltgeschichte
15 Geschichte > 15.21 Geschichte großer Gebietsräume
15 Geschichte > 15.22 Geschichte der Entdeckungen
15 Geschichte > 15.27 Griechische Welt
15 Geschichte > 15.30 Europäische Geschichte in Mittelalter und Neuzeit: Allgemeines
15 Geschichte > 15.34 Europäische Geschichte 1492-1789
15 Geschichte > 15.49 Ostmitteleuropa
15 Geschichte > 15.67 Italien
15 Geschichte > 15.68 Türkei
15 Geschichte > 15.69 Griechenland
15 Geschichte > 15.70 Balkanstaaten
15 Geschichte > 15.71 Osteuropa
15 Geschichte > 15.76 Vorderer und mittlerer Orient
15 Geschichte > 15.77 Indischer Subkontinent
15 Geschichte > 15.91 Nordafrika
AC Number: AC10708774
Item ID: 25287
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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