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Musikgeschmack als Mittel zur Distinktion

Polzer, Roman (2008) Musikgeschmack als Mittel zur Distinktion.
Diplomarbeit, Universität Wien. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Kolland, Franz

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30217.65129.988664-3
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Abstract in Deutsch

Die Hochkultur und ihre Musikinstitutionen (Oper- und Konzerthäuser) sind mit dem Problem rückläufiger Besucherzahlen und eines immer älter werdenden Publikums konfrontiert. Ziel der Arbeit war festzustellen, ob unter jüngeren Personen Präferenzen für Musikgenres, die der Hochkultur zuzurechnen sind, wie zum Beispiel „Klassische Musik“ und „Oper“, vorhanden sind. Zur Überprüfung wurden hierzu 236 Personen, die an Wiener Universitäten studieren, zu ihren Musikgeschmack mittels standardisierten Fragebogens befragt. Der Musikgeschmack wird im Laufe der Sozialisation und auf dabei gemachten Erfahrungen gebildet. Er setzt sich aus einer Reihe von Präferenzen für, aber auch Abneigungen gegen bestimmte Genres, Stile, Musikgruppen, Interpreten usw. zusammen. Auf die Entwicklung von musikalischen Präferenzen bzw. Aversionen haben zahlreiche Faktoren Einfluss, in mehreren empirischen Studien werden speziell die soziodemografischen Merkmale Alter und Bildung als Determinanten hervorgehoben. Gerhard Schulze (1992) beschreibt in „Die Erlebnisgesellschaft“ fünf Milieus, die anhand der Variablen Alter, Bildung und Stil unterschieden werden können. Eines dieser Milieus – das Selbstverwirklichungsmilieu – weist die größte Ähnlichkeit mit den Befragten in Bezug auf Alter und Bildung auf. Im dimensionalen Raum der alltagsästhetischen Schemata ist der Lebensstil von Menschen dieses Milieus in der Schnittmenge von Hochkulturschema und Spannungsschema anzusiedeln, ästhetische Distinktion ist gegenüber dem Trivialschema zu beobachten. Für die Wahl musikalischer Produkte bedeutet das, dass zwischen dem Genussschema der Kontemplation (Hochkulturschema) und der Action (Spannungsschema) gewechselt wird. Dabei wird Musik nicht unreflektiert konsumiert, sondern es werden ästhetische Ansprüche gestellt. Man orientiert sich an den Besten und dem Besonderen und befriedigt so das eigene Bedürfnis nach Originalität. Von anspruchsloser Musik grenzt man sich ab. Neben musikalischen Präferenzen für z. B. Pop, Rock oder Elektronischer Musik werden ebenso Klassische Musik und Jazz gerne gehört. Diese charakteristischen Eigenschaften des Selbstverwirklichungsmilieus wurden als Hypothese auch der Stichprobe zugeschrieben. Die Daten der Erhebung bestätigen diese Hypothese. Musikalische Präferenzen für Musikgattungen der Hochkultur sind unter den Studierenden vorhanden. Gleichzeitig werden auch Genres des Spannungsschemas gehört, wobei hier innerhalb der Genres zwischen Musiker/Musikerinnen und Musikgruppen differenziert wird. Präferenzen sind hier mehrheitlich für jene musikalischen Produkte zu verzeichnen, die auch in der öffentlichen Rezension positive Beurteilungen von Seiten der Musikkritiker, -journalisten, und -experten erfahren. Musikrichtungen des Trivialschemas wie Schlager und Volksmusik werden abgelehnt.

Schlagwörter in Deutsch

Musikgeschmack

Dokumentenart: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
AutorIn: Polzer, Roman
Titel: Musikgeschmack als Mittel zur Distinktion
Untertitel: eine soziologische Untersuchung der musikalischen Präferenzen von Studierenden
Umfangsangabe: 154 S.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publikationsjahr: 2008
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Kolland, Franz
BeurteilerIn: Kolland, Franz
Klassifikation: 71 Soziologie > 71.50 Kultursoziologie: Allgemeines
71 Soziologie > 71.39 Soziale Gruppen: Sonstiges
AC-Nummer: AC07980478
Dokumenten-ID: 2399
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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