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Das Taillen-Hüft-Verhältnis und die weibliche Attraktivität

Mohr, Elisabeth (2012) Das Taillen-Hüft-Verhältnis und die weibliche Attraktivität.
Diplomarbeit, Universität Wien. Fakultät für Psychologie
BetreuerIn: Voracek, Martin

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29347.12073.890463-2
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Abstract in Deutsch

Aus evolutionspsychologischer Sicht gilt das Taillen-Hüft-Verhältnis (engl. waist-to-hip ratio (WHR)) nach Singh (1993a) als der primäre Indikator für die weibliche Attraktivität, der kulturunabhängig und über die Zeit hinweg stabil ist. Ein WHR von 0.7 gilt dabei als besonders attraktiv. Im Zeitraum von fast 20 Jahren fand eine kontroverse Diskussion zu den Annahmen von Singh (1993a) statt, über die in der vorliegenden Arbeit in Form eines systematischen Reviews und erstmals mit Hilfe meta-analytischer Verfahren ein Überblick gegeben werden soll. In der vorliegenden Studie wurde aus einem Studienkorpus von insgesamt 1786 Publikationen 110 Studien einer detaillierten Kodierung unterzogen, so dass insgesamt 75 Studien für eine meta-analytische Betrachtung verwendet wurden. Für die Ermittlung von Gesamteffekten wurden drei Meta-Analysen durchgeführt. In einer ersten Meta-Analyse auf Basis von Häufigkeitsauswertungen konnte gezeigt werden, dass durchschnittlich 45% (p(orginal) = .446, k = 21) der Personen eine Präferenz für ein WHR von 0.7 zeigten. In einer zweiten Meta-Analyse konnte gezeigt werden, dass ein WHR von 0.7 gegenüber anderen WHR-Werten deutlich attraktiver eingeschätzt wurde (d = 0.700, k = 42). Dabei konnte eine Evidenz für einen effektverzerrenden Publikationsbias gefunden werden. In einer dritten Meta-Analyse konnte ein signifikanter negativer Zusammenhang zwischen dem WHR und der weiblichen Attraktivität berechnet werden (r = -.288, k = 55). Bei der Untersuchung von moderierenden Einflussfaktoren konnte bezüglich der Art der Stimuli und des kulturellen Hintergrunds der verwendeten Stichproben ein signifikanter Einfluss auf den Effekt zwischen WHR und Attraktivität gefunden werden. Es zeigte sich außerdem, dass die Effekte in Abhängigkeit der Gewichtsklassen der Stimuli stark variierten. Allgemein zeigte sich, dass das WHR bei den Attraktivitätseinschätzungen eine wichtige Rolle übernimmt. Dabei wurde deutlich, dass ein WHR von 0.7 im Vergleich zu anderen WHR-Werten als attraktiver eingeschätzt wird. Es konnte jedoch nicht bestätigt werden, dass es sich um einen kulturunabhängigen und dem Körpergewicht übergeordneten Indikator, also um einen primären Indikator der weiblichen Attraktivität, handelt.

Schlagwörter in Deutsch

Taillen-Hüft-Verhältnis / weibliche Attraktivität / Evolutionspsychologie / Meta-Analyse / systematischer Review

Abstract in Englisch

In 1993, evolutionary psychologist Singh stated that waist-to-hip ratio (WHR) is considered the primary indicator of female attractiveness which remains stable over time and does not vary across cultures. A woman with a WHR of 0.7 is regarded as being most attractive (Singh, 1993a). These statements have been the issue of a controversial debate since then. The present study summarizes the findings of this controversy in order to give a systematic review and to clarify the importance of WHR in female attractiveness by using for the first time meta-analytical methods. Altogether 75 publications with 120 samples were included in the meta-analyses. Three meta-analyses were conducted to estimate the overall effect. In the first meta-analysis it was shown that on average 45% (p(orginal) = .446, k = 21) of the study participants preferred a WHR of 0.7. The second meta-analysis indicated that a WHR of 0.7 was considered significantly more attractive than other WHRs, showing a significant effect (d = 0.700, k = 42) middle in size. In this meta-analysis evidence of publication bias was identified as a confounding factor. In the third meta-analysis a significant negative correlation between WHR and female attractiveness was discovered, yielding a significant effect (r = -.288, k = 55) middle in size. Tests for identifying important moderators of the effects were conducted, showing that the kind of stimuli and the cultural background had a significant influence on the effect of WHR on female attractiveness. Several meta-analyses showed that the effects varied systematically depending on the weight groups of the stimuli. In summary, the results show that the WHR is important for judging female physical attractiveness. A WHR of 0.7 is seen as more attractive compared to other WHRs. However, contrary to Singh’s statements, the effect of WHR on female attractiveness varies across cultures. Furthermore, there is no evidence for WHR being the most important indicator of female physical attractiveness.

Schlagwörter in Englisch

waist-to-hip ratio / WHR / female attractiveness / attraction / meta-analysis / systematic review

Dokumentenart: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
AutorIn: Mohr, Elisabeth
Titel: Das Taillen-Hüft-Verhältnis und die weibliche Attraktivität
Untertitel: systematischer Review und Meta-Analyse zur evolutionspsychologischen Inidkatorhypothese
Umfangsangabe: 123 S. : graph. Darst.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Fakultät für Psychologie
Publikationsjahr: 2012
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Voracek, Martin
BeurteilerIn: Voracek, Martin
Klassifikation: 77 Psychologie > 77.03 Methoden und Techniken der Psychologie
77 Psychologie > 77.49 Allgemeine Psychologie: Sonstiges
77 Psychologie > 77.62 Soziale Wahrnehmung, Attribution
AC-Nummer: AC10490731
Dokumenten-ID: 23467
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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