Universitätsbibliothek Wien

Es geht ums Geld und etwas mehr. Der Rest ist nur Klischee

Braun, Thomas (2008) Es geht ums Geld und etwas mehr. Der Rest ist nur Klischee.
Diplomarbeit, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Breckner, Roswitha
Keine Volltext-Freigabe durch VerfasserIn.

[img] PDF - Zur Anzeige nicht freigegeben
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved

-
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29114.58054.999161-6

Link zu u:search

Abstract in German

Es geht ums Geld und etwas mehr. Der Rest ist nur Klischee thematisiert den gesellschaftlichen Blick auf und den Diskurs über Sexarbeit. In Texten und Bildern, in Mythen und Vorstellungen, in Liedern und Sagen werden Stereotype überliefert und schaffen ein Wissen. Dieses Wissen definiert wiederum, was als wahr oder falsch gilt und teilt die Menschen entsprechend der zugrunde liegenden Kategorien ein. Lokal verortet in Wien dienen historische und aktuelle Beispiele stereotyper Bilder der Sichtbarmachung der dahinter liegenden Ordnung. Hinterfragt werden die Wahrheiten eines westlich-rationalen Denkens, das von christlich-moralischen Werten einer bürgerlichen Gesellschaft beeinflusst ist. Das Untersuchungsfeld wird bestimmt von den verdeckten und offenen Sexismen und Rassismen der Mehrheitsgesellschaft. Wie funktionieren Stereotype und welche Aus-Wirkungen haben sie im Bereich der Sexarbeit? Welchen Einfluss haben Stereotype auf die Konstruktion und die Aufrechterhaltung von Geschlechterverhältnissen? Wie kann Sexarbeit entmythifiziert werden? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieser Auseinandersetzungen mit Sex als Erwerbsarbeit. Damit im Zusammenhang stehen die die Stigmatisierung von Sexarbeit und die Stereotypisiserung von Sexarbeiter_innen. Mittels Close Reading von Texten findet eine Auseinandersetzungen mit theoretischen Konzepten statt und werden verborgenen Mythen in Erzählungen entschleiert, um Stereotype zum Vorschein zu bringen. Dieser Prozess hilft die Funktion von Stereotypen und ihre Verankerung in der eigenen Gedankenwelt zu verstehen. In einem historischen Rückblick wird ihre Verstrickung in Zusammenhang mit dem antisemitischen Stereotyp dargelegt, dass in der Zeichnung des 'internationalen Mädchenhandels' ('white slavery') zum Vorschein kommt. Stereotype beeinflussen Denken wie Handeln. Dazu benötigen sie die Bestätigung in der Realität. Stereotype Festschreibungen am Körper und "im Wesen" werden mit Eigenschaften verbunden, die der Konstruktion des Selbst in Abgrenzung zum Anderen dienen: Über das Verhältnis einer binären Opposition. Verstärkt wird dies durch den Ausschluss der anderen Position. Die Auseinandersetzungen mit verschiedenen Diskriminierungsformen, deren Verankerung in Strukturen und das Zusammenwirken, insbesondere von Rassismen und Sexismen, bringen viele stereotype Bilder zum Vorschein. Ihre Funktion liegt darin, Vorurteile zu produzieren oder zu verstärken und zur Verfestigung gesellschaftlicher Asymmetrien beizutragen. Der Rückgriff auf einfache Erklärungsmuster, die Wandelbarkeit und Stabilität von Stereotypen dienen dabei der Aufrechterhaltung der "ursprünglichen Ordnung", die in Kategorien wie Mann und Frau festgeschrieben ist. Das Verstehen der komplexen Zusammenhänge soll helfen, Sexarbeit zu entmythifizieren und die Voraussetzungen für eine andere Sichtweise auf das Untersuchungsfeld zu schaffen.

Schlagwörter in Deutsch

Sexarbeit / Prostitution / Stereotype / 'white slavery' / Geschlechterverhältnisse / binäre Opposition

Item Type: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
Author: Braun, Thomas
Title: Es geht ums Geld und etwas mehr. Der Rest ist nur Klischee
Subtitle: wie über Sexarbeit gedacht wird, Sexarbeiter-innen sterotypisiert und gesehen werden
Umfangsangabe: 152 S.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publication year: 2008
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Breckner, Roswitha
Assessor: Breckner, Roswitha
Classification: 70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.01 Geschichte der Sozialwissenschaften
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines
AC Number: AC07509611
Item ID: 2326
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

Urheberrechtshinweis: Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datennetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das österreichische Urheberrechtsgesetz; insbesondere sind gemäß § 42 UrhG Kopien und Vervielfältigungen nur zum eigenen und privaten Gebrauch gestattet. Details siehe Gesetzestext.

Edit item (Administrators only) Edit item (Administrators only)