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Embodied anxiety

Sigl, Lisa (2012) Embodied anxiety.
Dissertation, Universität Wien. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Felt, Ulrike

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29692.28701.294765-0
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Abstract in Englisch

When young researchers narrate their living and working in the academic life sciences, they also narrate a complex web of uncertainty-experiences: In their epistemic living spaces, contingencies of the research process pair with high motivation under conditions of employment uncertainty, very specific career models and changing and ambiguous expectations resting on them. This thesis analyses such experiences and sheds light on how they can be understood as linked to broader societal conditions and currents of transformation. Largely building on qualitative empirical material (interviews and group discussions) this thesis follows a broad notion of uncertainty that includes unpredictability, ambiguity, dependency as well as tensions. Building on this understanding, it conceputalises uncertainty-experiences of young life scientists as a form of precarity (embodied anxiety): a generalised experience of uncertainty, which researchers do not trace to a singular cause but that describe as resulting from a convergence of conditions of epistemic uncertainty and subjectified activity with other structural preconditions in their academic environment. In this context, epistemic and other uncertainties are likely to be experienced as social risk or existential angst, conceptualised here as embodied anxiety. Analysing how researchers individually and as part of their social relations cope with uncertainty-experiences, this thesis then describes how – while doing so – they find, create and shape spaces of freedom, negotiation and possibility. In this sense, young researchers contribute to the transformation of their research cultures from below. Further, it reflects how living, working and coping with generalised uncertainty-experiences builds on tacit knowledge and skills and can thus be understood as embodied. This thesis therefore contributes to the debate of whether and how researchers contribute to the transformation of their research cultures on the level of everyday tacit learning processes and decision-making procedures. Finally, it discusses how researchers’ experiences of learning to manouvre in their epistemic living spaces might relate to questions of how to shape our present knowledge societies and economies.

Schlagwörter in Englisch

social studies of science / precarity / precarisation / research cultures / work cultures / uncertainty / epistemic uncertainty / subjectified work / commodification / academic careers

Abstract in Deutsch

Wenn junge ForscherInnen in den Lebenswissenschaften von ihrem Leben und Arbeiten sprechen, erzählen sie auch von einer Reihe an miteinander verwobener Unsicherheitserfahrungen. In ihren epistemischen Lebenswelten verbinden sich Unvorhersehbarkeiten in Forschungsprozessen mit einer hohen Motivation unter Bedingungen flexibler Arbeitsverhältnisse, spezifischer Karrieremodelle und sich verändernder, teils uneindeutiger Erwartungshaltungen. Diese Dissertation analysiert solche Unsicherheitserfahrungen in akademischen Kontexten und beleuchtet dabei Artikulationslinien zwischen ihnen und breiteren gesellschaftlichen Bedingungen und Veränderungstendenzen. Ausgehend von vorwiegend qualitativem empirischem Material (Interviews und Gruppendiskussionen) folgt diese Arbeit einem sehr breiten Begriff von Unsicherheit, der verschiedene Formen von Unvorhersehbarkeiten, Uneindeutigkeiten, Abhängigkeiten und Spannungsverhältnissen umfasst. Unter diesen Vorzeichen werden Unsicherheitserfahrungen junger LebenswissenschaftlerInnen als eine Form der Prekarität („embodied anxiety“) gefasst: einer generalisierten Erfahrung von Unsicherheit, welche ForscherInnen nicht ursächlich auf einen einzigen Umstand zurückführen, sondern welche sie als Folge einer Konvergenz von Bedingungen empistemischer Unsicherheit und subjektivierter Tätigkeit mit bestimmten strukturellen Bedingungen beschreiben. In diesem Kontext neigen epistemische und andere Unsicherheiten dazu, in einem existenziellen, verallgemeinerten Unbehagen oder einer verallgemeinerten Angst zu kulminieren, die hier als „embodied anxiety“ konzeptualisiert wird. Die Analyse der Wege, mit denen junge ForscherInnen individuell und als Teil ihrer sozialen Zusammenhänge mit „embodied anxiety“ umgehen, zeigt, wie sie dadurch bestimmte Freiräume finden, sich eröffnen und gestalten. In diesem Sinne erarbeiten sich junge WissenschaftlerInnen den Rahmen alltäglicher Entscheidungs- und Handlungsspielräume teilweise selbst und tragen so zu einer Transformation ihrer Forschungskulturen bei. Weiters wird reflektiert, dass das Leben, Arbeiten und Umgehen mit generalisierten Unsicherheitserfahrungen auf implizitem Wissen und impliziten Fähigkeiten beruht und daher als verkörpert verstanden werden muss. Die Art und Weise, wie junge WissenschaftlerInnen lernen in akademischen Kontexten zur Veränderung von Arbeitskulturen beizutragen, wirft Fragen für die Gestaltung gegenwärtiger Wissensgesellschaften und -ökonomien auf.

Schlagwörter in Deutsch

Wissenschaftsforschung / Prekarität / Prekarisierung / Forschungskulturen / Arbeitskulturen / Unsicherheit / epistemische Unsicherheit / subjektivierte Arbeit / Commodifizierung / akademische Karriere

Dokumentenart: Hochschulschrift (Dissertation)
AutorIn: Sigl, Lisa
Titel: Embodied anxiety
Untertitel: on experiences of living, working and coping with conditions of precarity in research cultures of the academic life sciences
Umfangsangabe: 229 S. : Ill., graph. Darst.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publikationsjahr: 2012
Sprache: eng ... Englisch
BetreuerIn: Felt, Ulrike
BeurteilerIn: Felt, Ulrike
2. BeurteilerIn: Schmitz, Sigrid
Klassifikation: 70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein: Sonstiges
81 Bildungswesen > 81.80 Hochschulen, Fachhochschulen
71 Soziologie > 71.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen
71 Soziologie > 71.41 Sozialer Wandel
AC-Nummer: AC10516125
Dokumenten-ID: 22788
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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