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... wie andere auch!

Waldenberger, Almuth (2012) ... wie andere auch!
Diplomarbeit, Universität Wien. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Eder, Franz

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30122.17039.830969-1
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Abstract in Deutsch

Die Diplomarbeit behandelt die Geschichte der Hurenbewegung in Deutschland und Österreich und die diskursiven Strategien, mit denen sie die gesellschaftliche Wahrnehmung von und den staatlichen Umgang mit Prostitution beeinflussen wollte/will. Am Beginn steht ein historischer Überblick über den gesellschaftlichen Umgang mit Prostitution seit der Nazizeit und die legislativen Entwicklungen in beiden Ländern. Die US-amerikanischen und französischen Vorläufer der deutschen Hurenbewegung werden vorgestellt. Die erste deutsche Organisation (Hydra in Berlin) wurde 1979 ins Leben gerufen und initiierte in den 1980er Jahren die Gründung von zahlreichen Schwesternorganisationen. Kennzeichen der deutschen Hurenbewegung sind starke Institutionalisierung und Zusammenarbeit von (feministischen) Sozialarbeiterinnen und (Ex-)Sexarbeiter_innen. In Österreich war die Hurenbewegung lange Zeit marginal. Seit 2005 existiert die Internetplattform sexworker.at, die auch offline aktiv und vernetzt ist. In beiden Ländern gibt es Migrantinnenselbstorganisationen, die sich früh für migrantische Sexarbeiterinnen einsetzten und etwas andere Schwerpunkte haben. In der Diskursanalyse der Texte aus der Hurenbewegung werden neun Unterdiskurse identifiziert: Das ‚Huren-Stigma’ und gesellschaftliche Doppelmoral; ein aus der ‚Lohn für Hausarbeit’-Bewegung entstandener linksfeministischer Zweig der Hurenbewegung, Aussagen gegen Vorurteile (‚Ich verkaufe meinen Körper nicht’ und Argumente gegen den Opferstatus); Aussagen gegen die Identifizierung von sexueller Sklaverei mit selbstbestimmter Sexarbeit sowie Frauenhandel; Aussagen zur Normalisierung der Sexarbeit (‚Wir sind Frauen wie andere auch’ und ‚Prostitution ist ein Beruf wie andere auch’); ‚Zuhälter sind Privatsache’ als Reaktion auf den allgemeinen Prostitutionsdiskurs; die oft übersehene gesellschafts- und prostitutionskritische Tradition der Hurenbewegung; Kompetenzen von Sexarbeiter_innen bei Sexualitäts- und Prostitutionsthemen; abschließend ein Abschnitt über Aussagen nicht-hurenbewegter Sexarbeiterinnen, die sich vor allem am öffentlichen Diskurs orientieren.

Schlagwörter in Deutsch

Hurenbewegung / Geschichte 1970-2011 / Sexualität / Recht / Sexarbeiterin / Prostitution / Deutschland / Österreich / Lohn für Hausarbeit / Beratungsstelle für Prostituierte

Abstract in Englisch

The thesis deals with the history of the sex workers movement (Hurenbewegung) in Germany and Austria and the discursive strategies with which they intend(ed) to influence the public perception of as well as the governmental dealings with prostitution. It begins with a historical survey since the Nazi era and legal changes. The US-based sex workers movement and the church occupations in France are presented. The first German organization of 1979 initiated the formation of many sister organizations in the 1980s. Specific German features are institutionalisation and a strong cooperation of (feminist) social workers and (former) sex workers. Austrian sex workers’ initiatives were marginal over a long period. Since 2005 exists www.sexworker.at which is also active offline. In both countries there are self-organizations of migrant women who started early to support the cause of migrant sex workers with slightly different priorities. In the discourse analysis of the sex workers movement nine sub-discourses could be identified. The ‘whore stigma’ and double standards in society; the influence of the ‘Wages for Housework’-campaign; statements again common prejudices (‘selling one’s body’ and victim status); statements against the equation of sexual slavery with self-determined sex work and trafficking in women; statements for the normalization of sex workers and sex work, ‘pimps are private’ as reaction to the general discourse; the often overlooked tradition of criticism in social and prostitution issues; the competence of sex workers in sexuality and prostitution issues; finally a section on statements of sex workers in the media which mostly resemble public discourse.

Schlagwörter in Englisch

Sex workers movement / history 1970-2011 / sexuality / law / sex worker / prostitution / Germany / Austria / Wages for Housework / prostitutes’ project

Dokumentenart: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
AutorIn: Waldenberger, Almuth
Titel: ... wie andere auch!
Untertitel: Geschichte und Debatten der Hurenbewegung in Deutschland und Österreich von den 1970er Jahren bis 2011
Umfangsangabe: 308 S. : Ill.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publikationsjahr: 2012
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Eder, Franz
BeurteilerIn: Eder, Franz
Klassifikation: 15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte
71 Soziologie > 71.38 Soziale Bewegungen
71 Soziologie > 71.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte
AC-Nummer: AC09040619
Dokumenten-ID: 20344
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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