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Der Verlag Jungbrunnen und seine Erziehungsratgeber 1923 bis 1934 und 1945 bis 1967

Ebner, Roswitha Anna Maria (2012) Der Verlag Jungbrunnen und seine Erziehungsratgeber 1923 bis 1934 und 1945 bis 1967.
Diplomarbeit, Universität Wien. Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
BetreuerIn: Kissling, Walter

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29971.68925.400965-7
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Abstract in Deutsch

Untersucht werden Erziehungsratgeber aus der Zeit der Ersten Republik und aus der Zweiten Republik bis 1967, die im Verlag Jungbrunnen erschienen sind. In diesem Zeitraum war der Verlag den sozialdemokratischen Kinderfreunden angeschlossen. Die sechs Ratgeber werden hinsichtlich der empfohlenen Erziehungsziele und Erziehungsmethoden, aber auch hinsichtlich der Art des Ratgebens untersucht und auf diesen beiden Ebenen Kontinuität und Veränderung im Untersuchungszeitraum in den Blick genommen. Die hermeneutische Untersuchung interpretiert ihre Ergebnisse im Kontext sozialistischer Erziehung im Sinne der Kinderfreunde und im Kontext des Verlagsprogramms von Jungbrunnen, wobei historische Erziehungsvorstellungen und die jeweiligen sozialen Verhältnisse in Österreich in die textimmanente und koordinierende Interpretation mit einbezogen werden. Da die meisten Darstellungen über Kinderfreunde Österreich und Verlag Jungbrunnen Eigendarstellungen sind bzw. aus deren Kreis kommen, wurde in meiner Diplomarbeit auf quellenkritische Vorgangsweise besonderer Wert gelegt. Was das Genre Erziehungsratgeber betrifft, erfolgt die theoretische Anknüpfung an Arbeiten von Christa Berg, Jürgen Oelkers, Markus Höffer-Mehlmer und Nicole Keller. Die Analyse ergab folgende Ergebnisse: Ein Erziehungsziel, das in vier von sechs Ratgebern des Jungbrunnen-Verlages im Untersuchungszeitraum genannt wird, ist, dass die Kinder zu demokratisch gesinnten Erwachsenen erzogen werden sollen. Eppel und Spiel führen den selbstständigen, reifen Menschen als Erziehungsziel an, der sich in die Gesellschaft einbringen soll. In vier von sechs Ratgebern wird zu gewaltfreien Erziehungsmitteln geraten. Spiel (1956) und Eppel (1967) sprechen das Problem der Gewalt nicht direkt an. In der Arbeit konnte nachgewiesen werden, dass sich die Erziehungsziele und -mittel in den Ratgebern von Tesarek (1933) und Jalkotzy (1925 u. 1950) sowie in dem von diesen beiden Autoren 1963 gemeinsam herausgegebenen Ratgeber oft auf die Er-ziehungsvorstellungen der Kinderfreunde bzw. auf die jeweiligen Werte der sozial-demokratischen Partei stützen. Dies wird durch die Verwendung von sozialdemokra-tischen Begriffen, die in den Erziehungsvorstellungen der Kinderfreunde vorkommen, deutlich, wobei nicht alleine der Begriff, sondern der Kontext im Text bei der Interpre-tation betrachtet werden muss. Spiel (1956) und Eppel (1967) nennen keine Erzie-hungsziele, die als typisch sozialdemokratisch bewertet werden können, sondern stellen ihr Professionalität als Erziehungsberater jenseits parteipolitischer Ziele in den Vordergrund. Einige Erziehungsziele und -mittel, die in den Ratgebern des Verlages Jungbrunnen genannt wurden, haben sich in den 20er, 40er und 60er Jahren gewandelt. Während z.B. „Krieg“ in den 20er und 40er Jahren Thema der Ratgeber ist, scheint es hier in den 6oer Jahren hier nicht mehr auf. Bezüglich der Art des Ratgebens zeigt sich ein großer Variantenreichtum: alle sechs Ratgeber verfolgen eine unterschiedliche Herangehensweise; manche Autoren ver-wenden Imperativsätze, manche formulieren Ratschläge sehr offen (z.B. „das richtige Maß“). Bei den Autoren Jalkotzy und Tesarek wird eine personelle Verflechtung mit dem Verlag Jungbrunnen und den Kinderfreunden deutlich. Sie vertreten in ihren Ratgebern ein sozialdemokratisches Menschenbild, verfolgen aber des Öfteren eine dogmatische Vorgehensweise.

Schlagwörter in Deutsch

Erziehungsratgeber / Verlag Jungbrunnen / Kinderfreunde Österreich / Erziehungsmittel / Erziehungsziele / Art des Ratgeben

Abstract in Englisch

This thesis researches the educational guides published in First Republic until 1967 by the publisher Jungbrunnen. During that time, Jungbrunnen was associated with the Social-Democratic organization Kinderfreunde. The present research concen-trates not only on the goals and methods of the six educational guides, but also on the kind of advice given, while considering continuity and change between the First Republic and 1967. The hermeneutical analysis interprets the results within the con-text of the original literature, from the perspective of Kinderfreunde and the publishing agenda of Jungbrunnen. Additionally, historical views of education and social circum-stances from Austria are considered. A critical perspective on all the literature is cru-cial, because most of it was written within the organization of the Kinderfreunde. Theoretically this thesis connects with the work of Christa Berg, Jürgen Oelkers, Markus Höffer-Mehlmer and Nicole Keller. The results indicate the following: One educational goal, mentioned in four of six educational guides, is to raise children as democratic thinking adults. Eppel and Spiel set an autonomous adult as the goal of education. He is supposed to fit into society. In four of six educational guides people are advised towards violence free education. Spiel (1956) and Eppel (1967) don’t talk about violence in education. In this work it can be shown, that the educational goals and methods from Tesarek (1933) and Jalkotzy (1925 and 1950) often reflect the educational ideas of Kinder-freunde or show what is morally important to the Social-Democratic party. Using So-cial-Democratic terms this is made clear, but naturally you have to look at the whole text tool. Spiel (1956) and Eppel (1967) don’t mention any Social-Democratic educa-tional goals, instead they put their professional pedagogical opinion as an educa-tional advisor first. Some educational goals and methods, which are mentioned in the publisher Jung-brunnen, changed in the twenties, forties and sixties. Looking at the subject of war for example, it seems that this is just a central theme in the educational guides of the twenties and forties, but no longer in the sixties. Quite often the authors pursue a Social-Democratic view and are dogmatic in their way of giving advice. Their advice is varied: all six educational guides follow different strategies; this can vary from imperative sentences to very open advice. The authors, who were members of both the boards of Kinderfreunde and the publisher Jungbrun-nen, were able to take their educational concepts of Kinderfreunde and spread them into society via the educational guides.

Schlagwörter in Englisch

educational guides / publisher Jungbrunnen / Kinderfreunde Austria / educational methods / educational goals / kind of advice

Dokumentenart: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
AutorIn: Ebner, Roswitha Anna Maria
Titel: Der Verlag Jungbrunnen und seine Erziehungsratgeber 1923 bis 1934 und 1945 bis 1967
Umfangsangabe: IX, 166 S.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Publikationsjahr: 2012
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Kissling, Walter
BeurteilerIn: Kissling, Walter
Klassifikation: 80 Pädagogik > 80.40 Erziehungsinhalte: Allgemeines
80 Pädagogik > 80.01 Geschichte der Pädagogik und Erziehung
80 Pädagogik > 80.36 Erziehung und Gesellschaft
81 Bildungswesen > 81.32 Elternarbeit
80 Pädagogik > 80.82 Erziehung innerhalb der Familie
AC-Nummer: AC09383815
Dokumenten-ID: 20106
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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