Universitätsbibliothek Wien

Die Persönlichkeit und die Lebensordnungen

Lorenz, Christoph (2012) Die Persönlichkeit und die Lebensordnungen.
Diplomarbeit, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Kröll, Friedhelm
Keine Volltext-Freigabe durch VerfasserIn.

[img] PDF-File - Zur Anzeige nicht freigegeben
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved

-
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30203.78592.416462-3

Link zu u:search

Abstract in German

Im Ausgang von Wilhelm Hennis´ Annahme, der „Zusammenhang“ von „Persönlichkeit“ und „Lebensordnung“ – bzw. „Eigenart des Menschen“ und „Eigenart der Kultur“ – bilde das bleibende „Thema“ bzw. die „Grundmelodie“ des Weberschen Schaffens, setzte sich die vorliegende Arbeit zunächst die Aufgabe, zu bestimmen, wie – will heißen: in welcher methodischen Gestalt – ein solcher „Zusammenhang“ ungeachtet allen Inhalts kulturwissenschaftlich zu konstruieren sei. In Rekurs auf die „Wissenschaftslehre“ wurde versucht, Webers Persönlichkeits- und Ordnungsverständnis freizulegen und sich zugleich unentbehrlicher wissenschaftstheoretischer Grundlagen zu versichern. Ausgehend von der Überlegung, dass der „Zusammenhang“ als Vollzug zu denken ist, wo immer er nicht bloß als Resultat vorgefunden – empirisch konstatiert –, sondern als Hergang begriffen werden soll und der These, dass die Webersche Kulturwissenschaft in ihren methodologischen Scharnierstellen eine Kette von Analogien ist, die sich auf die ursprüngliche Ungeschiedenheit von wertbeziehendem Beobachter und wertverwirklichend Handelndem stützt, wird die Form des Zusammenhangs in einem der Deutung analogen Actus aufgefunden, in dem der „Kulturmensch“ „Persönlichkeit“ und „Ordnung“ erst vermittelt. Die daran anschließenden Abschnitte entspringen einer breit angelegten, von sekundärliterarischen Rücksichten weitgehend ledigen Annäherung an die Webersche Kulturwissenschaft, vor allem die „verstehende Soziologie“, die – ihrem zweifachen Erkenntnisziel gemäß – als „historische“ Wissenschaft und wertgeleitete „Theologie“ bestimmt wird. Dabei war nicht zuletzt gegen eine „individualistische“ Lesart zu erinnern, dass Webers „Soziologie“ aus der sozialökonomischen Problemstellung der Historischen Schule herauswächst und – entgegen einer populären mikrosoziologischen Verkürzung – nur als handlungserklärende Makroskopie angemessen verstanden wird. Unter Betonung des Wert-Horizonts der Weberschen Kulturwissenschaft, bei deren Untersuchung die Frage nach der Art ihres Interesses und der Weise, wie es auf die Beschaffenheit der Methode wirkte, gewissermaßen den Hintergrund abgab, wurde der Typus als Zurechnungs- und Bedeutsamkeitsheuristik bestimmt, die konstitutive Rolle des gemeinhin bloß regulativ verstandenen Sinns der Wertfreiheit herausgestellt und die „verstehende Soziologie“ auch als eine Methodik der „Klarheit“, also jenes Begriffes aufgefasst, den man sich bei aller Weber-Lektüre, nicht bloß anlässlich von „Wissenschaft als Beruf“, präsent halten sollte. Er bildet den Fluchtpunkt auch dort, wo der Soziologie in Webers Sinne die Gottesopfer realen oder konstruierten Handelns das im Hinblick auf seinen letzten „ethischen Ort“ deutend verständlich zu machende Feld bilden und wo also – mit Blick auf Webers Thema gesprochen - die Qualität des Menschentums unter den ökonomischen und sozialen Daseinsbedingungen, jener spätestens seit der Freiburger Rede völlig bestimmende anthropologische Gesichtspunkt, das eigentlich Fragwürdige ist.

Schlagwörter in Deutsch

Max Weber / Kulturwissenschaft / verstehende Soziologie / Ordnungstheorie / Deutung / Idealtypus / Wertfreiheit / Wissenschaftslehre / Persönlichkeit / Handlung / Historische Schule / Sozialökonomik

Item Type: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
Author: Lorenz, Christoph
Title: Die Persönlichkeit und die Lebensordnungen
Subtitle: Untersuchungen zur Kulturwissenschaft Max Webers
Umfangsangabe: 94 S.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publication year: 2012
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Kröll, Friedhelm
Assessor: Kröll, Friedhelm
Classification: 71 Soziologie > 71.02 Theorie der Soziologie
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.02 Wissenschaftstheorie
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.02 Philosophie und Theorie der Sozialwissenschaften
AC Number: AC09350627
Item ID: 19942
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

Urheberrechtshinweis: Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datennetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das österreichische Urheberrechtsgesetz; insbesondere sind gemäß § 42 UrhG Kopien und Vervielfältigungen nur zum eigenen und privaten Gebrauch gestattet. Details siehe Gesetzestext.

Edit item (Administrators only) Edit item (Administrators only)