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Intimität - zur soziologischen "Potenz" des Begriffes aus feministischer Perspektive

Treidl, Johanna (2012) Intimität - zur soziologischen "Potenz" des Begriffes aus feministischer Perspektive.
Diplomarbeit, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Breckner, Roswitha

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DOI: 10.25365/thesis.19615
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29986.36394.857563-4

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Abstract in German

Diese Arbeit ist eine theoretische Annäherung an das breite Bedeutungsspektrum des Intimitätsbegriffes. Ziel der Arbeit ist, den Begriff der Intimität näher zu erforschen und die daraus gewonnen Erkenntnisse mit einer explizit feministischen Perspektive zu versehen. Intimität ist ein wohlklingender, vielseitig anwendbarer, dadurch aber auch sehr vager Begriff. Es stellt sich somit die Frage, inwiefern er überhaupt Erklärungspotenzial für die Analyse gesellschaftlicher Prozesse und Strukturen besitzt. Denn gerade seine Heterogenität und die mangelnde Konkretheit legen den Schluss nahe, dass er als analytisches Konzept schlichtweg nichts taugt. Um diese Frage zu beantworten, wird der Intimitätsbegriff auf zwei unterschiedlichen Ebenen analysiert. Einmal als ein Beziehungskonzept im historischen Wandel und einmal als makrotheoretisches Konzept in seinem Verhältnis zu den Sphären öffentlich und privat. Die Analysen verfolgen die Absicht, den Intimitätsbegriff auf seine eigentümlichen Wesenheiten hin zu untersuchen: Welche Eigenschaften besitzt der Begriff? In welcher Weise hat sich das Begriffsverständnis im Laufe der Zeit verändert und welche gesellschaftlichen Konsequenzen hat dies wiederum mit sich gebracht? Auf welchen ideologischen Fundamenten steht der Begriff und was bedeutet dies für die soziologische Forschung? Im Zuge der Auseinandersetzung mit all diesen Fragen, gibt sich Intimität als ein zentraler Gegenstand des feministischen Diskurses zu erkennen, und zwar weniger explizit als implizit in den Verwendungszusammenhängen des Begriffes. Weibliche Emotionalität versus männliche Rationalität, die geschlechtliche Trennung in eine öffentlich-politische und eine privat-intime Sphäre, feministische Überlegungen zu Sexualität, Liebe und Familie und nicht zuletzt der bekannte Slogan der zweiten Frauenbewegung: 'Auch das Private ist politisch', sind aufs Engste mit Intimität verknüpft. Was dies nun für die Gesellschaft im Allgemeinen und die Verwirklichung eines emanzipatorischen Gesellschaftsideals im Speziellen zu bedeuten hat, welches Potenzial in der Intimität verborgen liegt, und zwar nicht nur als analytisches Werkzeug der Soziologie, sondern auch als ein feministisches und politisches Konzept, versucht diese Arbeit aufzuzeigen.

Schlagwörter in Deutsch

Intimität / Soziologie / Feminismus / Geschlecht / soziale Beziehungen / Sexualität / Liebe / Familie / Öffentlich / Privat / Sphärentrennung / Gefühle

Abstract in English

Intimacy is a very recent phenomenon of sociological research. In course of the last few decades several social studies on intimacy were conducted. The resulting works deal with various intimate matters, such as sexuality, social relationships, love and partnership or intimacy as a counter concept of 'The Public'. The concrete meaning of the term, however, remains rather unclear. This diploma thesis aims to investigate intimacy as a term of multiple usage and diverse meanings. Therefore I will analyse the term on two different layers: The first layer will focus on intimacy as a relationship concept. By looking closely on sexuality, love and family ideals over a period of almost five hundred years, intimacy will uncover its particularities. It will turn out to be a relative term that contains different meanings and functions, dependent on a specific historical and social context, rather than a stable or static concept. The second layer examines the term as a macrotheoretical concept in its position towards the public and the private sphere. What happens when intimate matters rule public and political issues? How can we assess the fact that our intimate existence, to a greater extent than ever, is structured by a capitalist logic? Why do people tend to present intimate affairs or discuss intimate topics and feelings in the public media such as TV or Internet? This work intends to give answers to these kinds of questions. It also offers possible patterns of sociological interpretation concerning recent trends of how people handle their intimate lives. Further, intimacy is connected to feminist theory and politics. In the turn of the 18th century, intimacy became part of the private sphere in opposition to the public sphere. Along with this distinction came the essentialist construction of two opposed sexes. Women were kept out of the public sphere, by arguing that their physical and mental capabilities were just good enough to bear babies, educate children and do the housework. Intimacy was characterised as a female quality and charged with female connotations. For this reason, the analysis in this work will use an explicit feminist perspective to deconstruct intimacy. How can feminist scholars and activists apply intimacy as a tool of empowerment? Is intimacy, despite its lack of concreteness, a useful concept to examine social structures and power relationships?

Schlagwörter in Englisch

intimacy / sociology / feminism / gender / social relationships / sexuality / love / family / public / private / emotions

Item Type: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
Author: Treidl, Johanna
Title: Intimität - zur soziologischen "Potenz" des Begriffes aus feministischer Perspektive
Umfangsangabe: 147 S. : graph. Darst.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publication year: 2012
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Breckner, Roswitha
Assessor: Breckner, Roswitha
Classification: 71 Soziologie > 71.10 Sozialstruktur: Allgemeines
71 Soziologie > 71.20 Formen des Zusammenlebens: Allgemeines
71 Soziologie > 71.21 Familie, Verwandtschaft
71 Soziologie > 71.22 Ehe
71 Soziologie > 71.23 Nichteheliches Zusammenleben
71 Soziologie > 71.25 Sexualität
71 Soziologie > 71.31 Geschlechter und ihr Verhalten
71 Soziologie > 71.40 Soziale Prozesse: Allgemeines
AC Number: AC09028042
Item ID: 19615
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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