Universitätsbibliothek Wien

"Was macht es für einen Sinn immer nüchtern zu sein?"

Elsigan, Elisabeth (2011) "Was macht es für einen Sinn immer nüchtern zu sein?".
Masterarbeit, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Girtler, Roland

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DOI: 10.25365/thesis.18854
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29329.92207.427663-3

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Abstract in German

Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit der Randkultur der Cannabiskonsumenten in einem urbanen Umfeld. Anhand der angewendeten qualitativen Forschungs- methoden der teilnehmende Beobachtung und des ero-epischen Gesprächs wird das Verhalten in Hinblick auf den Marihuanakonsums dargelegt. Untersucht wurde die persönliche Sichtweise von langjährigen Konsumenten und deren subjektiv empfundenen Vor- und Nachteile, die mit dem Konsum dieser illegalen Substanz einhergehen. Neben Ritualen und Traditionen wurden Konsummodalitäten, Konsumgründe, Rechtfertigungen, soziale Umstände und Erfahrungen mit sozialen Kontrollinstanzen beleuchtet. Des Weiteren wird auf die Bedeutung der Gruppe und deren Dynamiken eingegangen. Oftmals sind die Cannabiskonsumenten an bestimmten Symbolen und spezifischem Vokabular zu erkennen. Bei jährlichen Veranstaltungen wie die Wiener Hanfmesse oder dem Hanfwandertag findet sich ein Teil dieser Randkultur zusammen, um öffentlich für ihr Recht auf Genuss einzutreten. Außerdem haben die neuen-sozialen Medien beim Austausch von Informationen auch hier an Bedeutung gewonnen. Mit dem langjährigen Konsum kommt es zur Herausbildung bestimmter Einstellungen und Werthaltungen. Dies ist nicht immer gleichbedeutend mit einem lotterhaften Leben am Rande der Gesellschaft, im Gegenteil sind einige meiner Kontakte mit Prestige und Status ausgestattet. Trotz eines hohen Individualisierungsdrangs gibt es unter den Konsumenten einen starken Zusammenhalt, der aufgrund der gegenseitigen Abhängigkeit bezüglich Versorgung und Geheimhaltung entsteht. Aber auch aufgrund der gemeinsam vollzogenen Rituale. Drogenbiographien sind hochgradig individuell und prozesshaft, jedoch hat jeder meiner Gesprächspartner mit dem Marihuanakonsum angefangen, weil sich ein Zugang ergab. Sie betrachten ihren Konsum durchaus kritisch, sehen es aber als Zeichen ihrer persönlichen Freiheit selbst zu entscheiden, welches Rauschmittel sie konsumieren, selbst wenn sie damit geltende Normen und Gesetze brechen. Neben dem individualistischen und hedonistischen Charakter dieser Kultur, birgt sie auch rebellische Eigenschaften, sowie Tendenzen von Eskapismus. Cannabiskonsum ist ein Heraustreten aus dem Alltag, aus dem Selbstökonomisierungszwang und der Leistungsethik. Dieser lustvollen Alltagsunterbrechung haftet etwas Magisches wie auch Gefährliches an.

Schlagwörter in Deutsch

Randkultur / Cannabiskonsum / Wien

Item Type: Hochschulschrift (Masterarbeit)
Author: Elsigan, Elisabeth
Title: "Was macht es für einen Sinn immer nüchtern zu sein?"
Subtitle: Hanfkultur in Wien ; eine qualitative Studie einer verbotenen und riskanten Randkultur
Umfangsangabe: 125 S. : Ill.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publication year: 2011
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Girtler, Roland
Assessor: Girtler, Roland
Classification: 71 Soziologie > 71.50 Kultursoziologie: Allgemeines
71 Soziologie > 71.64 Abweichendes Verhalten
71 Soziologie > 71.30 Soziale Gruppen: Allgemeines
71 Soziologie > 71.13 Soziales Milieu
71 Soziologie > 71.38 Soziale Bewegungen
71 Soziologie > 71.61 Diskriminierung
71 Soziologie > 71.79 Soziale Fragen, soziale Konflikte: Sonstiges
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.99 Wissenschaft und Kultur allgemein: Sonstiges
73 Ethnologie, Volkskunde > 73.45 Einzelne soziale Gruppen, Außenseiter, Randgruppen
73 Ethnologie, Volkskunde > 73.57 Kulte, Riten
AC Number: AC09422523
Item ID: 18854
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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