Universitätsbibliothek Wien

Die Wandmalerei der Villa von Bruckneudorf, Burgenland

Kieweg-Vetters, Gudrun (2011) Die Wandmalerei der Villa von Bruckneudorf, Burgenland.
Dissertation, University of Vienna. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Pillinger, Renate
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29089.97541.158559-3

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Abstract in German

Für die Bearbeitung der Wandmalereifragmente der römischen Villa aus Bruckneudorf wurde eine differenzierte Analyse verschiedener Putze und daraus abzuleitenden Baustratigraphie verwendet, die ein wirkungsvolles Mittel bei der Einteilung und Bearbeitung von Wandmalereifunden ist. Deren Auswertung ergab in Verbindung mit der des Baubefundes, der Keramik und Kleinfunde eine fundierte Datierung, die mehrere großflächige Neugestaltungen im Zeitraum zwischen 200 und nach 355 n. Chr. zeigen. Es ist dies in Österreich erstmalig, dass anhand eines einheitlichen Gebäudes die Entwicklung der römischen Wandmalerei innerhalb von ca. 300 Jahren gezeigt werden kann, die kaum einen Qualitätsunterschied der Putze in Haupt- und Nebenräumen sowie der Fassade aufweist. Geringe Funde aus Nebengebäuden beweisen eine sehr einfache Ausführung. Die Auswertung der einzelnen Dekorationen liefert ein sehr nüchternes Ergebnis. Eine Vielzahl an Einzelmotiven ist zwar rekonstruierbar und kann in den Kanon der römischen Wandmalerei eingeordnet werden, doch Rekonstruktionen ganzer Wände sind nur in Ausnahmefällen möglich. Die bereits früher (Saria, Langmann, Benda, Zabehlicky) mehrfach zugeordneten Raumfunktionen der Periode 4 (nach 355 n. Chr.) können durch die Auswertung der Malerei bestätigt werden. Hervorzuheben sind die großen Unterschiede in Ausführung und verwendetem Pigmentmaterial der einzelnen Ausstattungen der Perioden 2 und 3, die einen Hinweis auf die soziale Stellung der Auftraggeber bzw. die verfügbaren Handwerker und Material geben. Die naturwissenschaftlichen Bestimmungen von Pigmentproben zeigen das gängige Pigmentspektrum sowie die Verwendung von Bleirot. Durch die Rekonstruktion zweier Deckenfresken konnten sowohl der Materialbedarf als auch durch das Dekor Argumente zur Diskussion geliefert werden, ob lokale Werkstätten oder so genannte Wandermaler tätig waren. Innerhalb der pannonischen Wandmalerei können anhand des Vergleichs der Malweise und Motivwahl Übereinstimmungen mit Haus I von Brigetio, jedoch kaum Übereinstimmungen mit den Dekorationen der Villa von Baláca festgestellt werden. Es ist daher von mehreren zeitlich parallel agierenden Werkstätten in Pannonien auszugehen.

Schlagwörter in Deutsch

Wandmalerei / römisch / Bruckneudorf / Villa

Abstract in English

The wall painting finds at the Roman villa of Bruckneudorf were treated and classified using a differentiated analysis of the plaster. In conjunction with the building findings, ceramics and small finds, an evaluation of the results yielded a well-founded dating of the paintings indicating several redecorations in the period between 200 and 355 AD. It is the first time in Austria, that the development of Roman wall painting can be tracked over approximately 300 years on the basis of one uniform building, exhibiting but little variation in the quality of the plaster used in the main and secondary rooms, as well as the facade. Finds from auxiliary buildings are present in small amounts and attest to a very simple execution. The evaluation of the individual decorations affords austere results: multiple single motifs are restorable and can be classified using the canon of Roman wall painting, but reconstructions of entire walls are possible only in exceptional cases. The functions previously (Saria, Langmann, Benda, Zabehlicky) assigned to the rooms of period 4 (after 355 AD) were confirmed by the analysis. Of special note are the considerable differences in execution and pigment-composition of the redecorations of period 2 and 3, which give indications of the clients' social standing or, respectively, the available artisans and pigments. The analysis of pigment-samples shows the usual spectrum as well as the use of minium. Approximations of the required materials and supplies could be calculated on the basis of a reconstruction of two ceiling frescoes. Combined with the evaluation of colors and decorations these reconstructions further inform the discourse of whether local workshops or travelling painters were employed in their creation. A comparison with other Pannonian wall painting on the basis of execution and motif choice ascertains strong analogies to house I at Brigetio (H), but shows little correlation to the decorations of the villa of Baláca (H); therefore, we can assume the existence of several workshops in Pannonia which operated at the same time.

Schlagwörter in Englisch

wall painting / roman / Bruckneudorf / villa

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Kieweg-Vetters, Gudrun
Title: Die Wandmalerei der Villa von Bruckneudorf, Burgenland
Umfangsangabe: 1109 S.
Institution: University of Vienna
Faculty: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publication year: 2011
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Pillinger, Renate
Assessor: Scherrer, Peter
2. Assessor: Wohlmayr, Wolfgang
Classification: 15 Geschichte > 15.17 Klassische Archäologie
20 Kunstwissenschaften > 20.62 Italische Kunst, etruskische Kunst, römische Kunst
20 Kunstwissenschaften > 20.69 Kunst der Antike: Sonstiges
AC Number: AC08970780
Item ID: 18764
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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