Universitätsbibliothek Wien

Stresserleben des Kleinkindes beim Eintritt in die Kinderkrippe

Zuba, Birgit (2012) Stresserleben des Kleinkindes beim Eintritt in die Kinderkrippe.
Diplomarbeit, University of Vienna. Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
BetreuerIn: Katschnig, Tamara
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29411.86426.139769-7

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Abstract in German

Die vorliegende Diplomarbeit entstand im Rahmen der „Wiener Kinderkrippenstudie“ (2007–2012) und beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern Kleinkinder beim Eintritt in die Kinderkrippe Stress erleben, der sich in der Äußerung negativer Emotionen und/oder in einer veränderten Produktion des Stresshormons Cortisol zeigt. Außerdem wird untersucht, inwiefern es einen Zusammenhang zwischen dem Stresserleben des Kindes und der Bindungsqualität zu seiner Mutter sowie zu seiner Bezugspädagogin gibt. Theorien und Studien zu den Themen Stress, Krippeneintritt und Bindung bilden den theoretischen Hintergrund, der als Basis für die aufgestellten Hypothesen dient. Die Überprüfung der Hypothesen erfolgte anhand einer Stichprobe von 104 Kindern, die im Alter zwischen eineinhalb und zweieinhalb Jahren in eine Krippe eintraten. Für die Berechnungen wurden Daten herangezogen, die im Zuge der Wiener Kinderkrippenstudie erhoben wurden. Der erste Untersuchungstermin fand zwei bis vier Wochen vor dem Krippeneintritt zu Hause statt (Phase 0), die weiteren Termine zwei Wochen (Phase 1), zwei Monate (Phase 2) und vier Monate (Phase 3) danach in der Krippe. An jedem Erhebungstermin wurden zu vier Zeitpunkten Speichelproben gesammelt, um daraus Cortisol zu extrahieren. Weiters wurde die Bindungsqualität des Kindes zu seiner Mutter bzw. zu seiner Bezugspädagogin anhand des AQS eingeschätzt. In den Phasen 1 bis 3 wurden außerdem Videoaufnahmen erstellt, anhand derer unter anderem das Ausmaß der negativen affektiven Stimmung des Kindes beurteilt wurde. Die durchgeführten Berechnungen zeigen, dass die Kinder zu Beginn des Krippenbesuchs (Phase 1) in einem höheren Ausmaß negativ affektiv gestimmt sind als in den Phasen 2 und 3. Die Cortisolproduktion folgt dagegen auch in den Phasen 1 bis 3 dem normalen Tagesverlauf, der in Phase 0 beobachtet wurde. Zieht man jedoch nur die Cortisolwerte jener Kinder heran, die sich bei der Entnahme der Speichelproben gerade in der Krippe befanden, finden sich deutliche Hinweise dafür, dass sie während der Zeit in der Krippe Stress erleben. Außerdem zeigt sich, dass der Cortisolspiegel in Phase 1 signifikant höher ist als in Phase 0 und dass die Stressverarbeitung in Phase 3 nicht mehr so gut gelingt wie zuvor. In Bezug auf die Bindung zwischen Mutter und Kind ergeben sich nur in wenigen Aspekten signifikante Zusammenhänge mit dem Stresserleben des Kindes. Die Bindung zwischen Pädagogin und Kind hängt dagegen mit der negativen affektiven Stimmung des Kindes zusammen.

Schlagwörter in Deutsch

Krippeneintritt / Kinderkrippe / Stress / Cortisol / Bindung / Wiener Kinderkrippenstudie

Abstract in English

The diploma thesis at hand was written in the context of the Viennese research project “Toddlers’ Adjustment to Out-of-Home Care” (2007–2012) and investigates to what extent the onset of nonparental day care causes stress that is expressed via negative emotions and/or a changed level of cortisol, a stress-related hormone. Furthermore, the thesis deals with the question, in which ways the security of child–mother attachment and of child–caregiver attachment are related to the stressful experience of a child’s entry into a child care center. Theories and studies about stress, transition to nonparental day care and attachment form the theoretical framework for the examined hypotheses. To test the hypotheses, the author used data collected in the study “Toddlers’ Adjustment to Out-of-Home Care”. 104 toddlers between the age of 18 to 30 months were examined for the study. The research team first visited families two to four weeks before the child started nonparental day care (phase 0). Two weeks after the start of day care, the toddlers were examined at the facility (phase 1), as well 2 months (phase 2) and 4 months (phase 3) after that. Every day of assessment, saliva samples were collected four times to analyse salivary cortisol. Furthermore, child–mother attachment (phase 0) and child–caregiver attachment (phases 1 to 3) was assessed using the AQS. In the phases 1, 2 and 3 children were videotaped. The tapes were used to assess children’s behavior, amongst others their negative mood. The results of the statistical calculations show that the toddlers expressed more negative emotions during their first weeks in the day care center (phase 1) than in phases 2 or 3. On the other hand, a normal pattern of daily cortisol production, as it was found in phase 0, was also observed in the phases 1, 2 and 3, suggesting that cortisol activity was not influenced by the entry into a child care center. However, when using only the cortisol data obtained from children who were at the day care center while the saliva samples were taken, strong evidence was found for the assumption that staying in a child care center causes stress for toddlers. In addition, cortisol levels were higher in phase 1 than the ones taken at home (phase 0). In phase 3, the participating children could not cope with the stress as well as in phases 1 and 2 anymore. As for child–mother attachment, the results show that only a few aspects relate to the toddler’s negative mood and none to its cortisol response. Child–caregiver attachment is more clearly related to the toddlers’ negative mood.

Schlagwörter in Englisch

Out-of-home-care / stress / cortisol / child–mother–attachment / child–caregiver–attachment

Item Type: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
Author: Zuba, Birgit
Title: Stresserleben des Kleinkindes beim Eintritt in die Kinderkrippe
Subtitle: der Zusammenhang zwischen der Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, negativen Emotionen und der Bindungssicherheit des Kindes während der ersten Monate in der Kinderkrippe
Umfangsangabe: 187 S.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Publication year: 2012
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Katschnig, Tamara
Assessor: Katschnig, Tamara
Classification: 80 Pädagogik > 80.83 Erziehung in Erziehungseinrichtungen
81 Bildungswesen > 81.00 Bildungswesen: Allgemeines
AC Number: AC08931274
Item ID: 18431
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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