Universitätsbibliothek Wien

Der Tod in der Kunstkammer der frühen Neuzeit

Müllegger, Silvia (2011) Der Tod in der Kunstkammer der frühen Neuzeit.
Diplomarbeit, Universität Wien. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Schwarz, Michael Viktor

[img]
Vorschau
PDF
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved

Download (20Mb)
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29980.43346.441962-5
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29980.43346.441962-5

Link zu u:search

Abstract in Deutsch

Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen drei Figuren der frühen Neuzeit, die als sogenannte Tödlein betitelt werden. Unter dieser Bezeichnung versteht man verkleinerte Darstellungen des Todes in bildlicher und skulpturaler Form. Wesentlich für ihre Entstehung war auf der einen Seite die christliche Heilslehre und auf der anderen Seite der Humanismus. Besonders gegen Ende des 15. Jahrhunderts erhielt die Auseinandersetzung mit Tod und Vergänglichkeit eine immer größer werdende Bedeutung. Als Zeichen dieses neuen Verständnisses entstanden aus dem religiösen Kontext heraus „neue“ Andachtsobjekte. Der Tod erhielt eine erweiterte Bedeutung, da diese Memento mori-Objekte den Menschen und seinen Tod in den Mittelpunkt der Betrachtung stellten. Auch wenn sie vorrangig der Selbstreflexion dienten, es handelt sich hierbei immer noch um religiöse Objekte, da der mittelalterliche Kern bzw. der christliche Gedankenschatz immer noch erhalten blieb. Als Orte ihrer Aufstellung etablierten sich die Kunstkammern adliger Herrscher, die im 16. Jahrhundert südlich und nördlich der Alpen entstanden und unterschiedliche Sammlungsschwerpunkte setzten. Wesentlich für diese ersten Kunstkammern war der Leitgedanke den Makrokosmos im Mikrokosmos darstellen zu wollen. Ging man nach diesem enzyklopädischen Ansatz des Sammelns und der Art der Präsentation, so fand man diese beiden Kriterien vor allem bei zwei Kunstsammlungen erfüllt: bei Herzog Albrecht V. in München und bei Erzherzog Ferdinand II. in Tirol. Ein Blick in die Inventare offenbart, dass man vor allem in den Kunstkammern verschiedenste Arten von Tödlein oder Memento mori-Objekte finden konnte. Dort wurden die Tödlein nicht nur als private Andachts- sondern auch als Kunstobjekte betrachtet, da sie durch außergewöhnliche Verarbeitung, Materialität und Gestaltung bestachen. Aber neben der künstlerischen Darstellung kommt ein weiterer Aspekt hinzu: die Tödlein zeigen in ihrer Gestaltung ebenso eine naturwissenschaftliche-medizinische Neugier auf. Drei dieser eigenwilligen und einzigartigen Kunstwerke fanden in dieser Arbeit mit folgenden Fragestellungen ihre Besprechung: inwiefern kann man sie als Andachts- bzw. naturwissenschaftliche Studienobjekte betiteln, und welche Funktion erfüllten sie im Kontext der frühen Kunstkammer. Denn ja nach formaler und ikonographischer Gestaltung konnte der Tod auf verschiedenste Weise instrumentalisiert werden, im christlich-religiöser oder in christlich-humanistischer Weise, und als Zeichen dieser privaten Auseinandersetzung sind die kunstvoll und ideenreich gestalteten Tödlein der frühen Neuzeit zu sehen.

Schlagwörter in Deutsch

Tod / Tödlein / Bilder des todes / Transi / Andacht / Memento mori / Theologie / 15. Jahrhundert / 16. Jahrhundert / Kunstkammern / Sammlung Ambras / Maximilian I. / Ferdinand II. / Tirol / Habsburg / Hans Leinberger / Paul Reichel / Andreas Vesalius / Melancholie / Elfenbein / Museum Schnütgen / Köln / Wien

Schlagwörter in Englisch

death / deathfigures / pictures of death / transi / devotion / memento mori / 15th Century / 16th Century / theology / Kunstkammern / Collection Ambras / Maximilian I. / Ferdinand II. / Tirol / Habsburg / Hans Leinberger / Paul Reichel / Andreas Vesalius / melancholy / ivory / Museum Schnütgen / Cologne / Vienna

Dokumentenart: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
AutorIn: Müllegger, Silvia
Titel: Der Tod in der Kunstkammer der frühen Neuzeit
Umfangsangabe: IV, 146 S. : Ill.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publikationsjahr: 2011
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Schwarz, Michael Viktor
BeurteilerIn: Schwarz, Michael Viktor
Klassifikation: 20 Kunstwissenschaften > 20.11 Kunstsammlung
20 Kunstwissenschaften > 20.70 Europäische Kunst: Allgemeines
20 Kunstwissenschaften > 20.10 Kunst und Gesellschaft
20 Kunstwissenschaften > 20.12 Kunstmuseum
20 Kunstwissenschaften > 20.21 Religion, Magie
20 Kunstwissenschaften > 20.24 Gesellschaft, Kultur
20 Kunstwissenschaften > 20.25 Abstraktes
20 Kunstwissenschaften > 20.33 Volkskunst
20 Kunstwissenschaften > 20.89 Kunstgeschichte: Sonstiges
73 Ethnologie, Volkskunde > 73.55 Religionsethnologie: Allgemeines
44 Medizin > 44.02 Philosophie und Theorie der Medizin
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.30 Bibel: Allgemeines
AC-Nummer: AC08814731
Dokumenten-ID: 16819
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

Urheberrechtshinweis: Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datennetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das österreichische Urheberrechtsgesetz; insbesondere sind gemäß § 42 UrhG Kopien und Vervielfältigungen nur zum eigenen und privaten Gebrauch gestattet. Details siehe Gesetzestext.

Dokument bearbeiten (nur für AdministratorInnen) Dokument bearbeiten (nur für AdministratorInnen)