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Das Konzept der Armut in der dritten Epoche der Moderne

Kovacs, Bence (2011) Das Konzept der Armut in der dritten Epoche der Moderne.
Diplomarbeit, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Reinprecht, Christoph

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DOI: 10.25365/thesis.15867
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30067.29816.973754-8

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Abstract in German

In der vorliegenden Arbeit wird Armut in den letzten 40 Jahren in Österreich untersucht. In diesem Zusammenhang wird an erster Stelle dieses Phänomen aus einer soziologischen Perspektive konzeptualisiert. Zweitens werden jene Theorien herangezogen, die in dieser Zeitspanne einen gesellschaftlichen Perspektivwechsel thematisieren. In diesem Zusammenhang werden Individualisierung, Flexibilisierung und die Veränderung des sozialen Zusammenhaltes als Prozesse dieses Wandels dargestellt. Daraufhin werden diese Mechanismen auf die hier definierte Armutsbestimmung reflektiert. Die Kombination beider Theorien kann durch jenes Verständnis des Institutionswandels erreicht werden, das diesen Einrichtungen zwei Grundeigenschaften zuschreibt. Erstens, dass sie Ausdrücke einer symbolischen Ordnung sind, und zweitens, dass sie eine Stabilitätsfunktion haben. Dadurch lassen sich die zwei Gedankengänge miteinander verbinden, weil die Mechanismen des Wandels, als Ausdrücke einer neuen Ordnung, durch die Institutionen aufgrund ihres Stabilitätsstrebens aufgenommen werden. Mit einer qualitativen inhaltlichen Auseinandersetzung der rechtlichen Entwicklung der Sozialhilfe der letzten 40 Jahre einerseits und einer quantitativen Untersuchung der sozialen Ausgaben des ersten und des zweiten sozialen Netzes andererseits können die einzelnen Symbole in allen drei Fällen identifiziert und nachvollzogen werden. Die zwei Haupterkenntnisse dieser Arbeit, ein starker Ausbau von Aktivierung und Intensivierung der Einzelnen zur Requalifizierung auf der einen Seite und der Rückgang der finanziellen Kompensation von individuellen Risiken auf der anderen, bewirken eine akzentuelle Verschiebung der Hilfe. Die Sozialhilfe verändert dabei ihre Funktion nicht, aber es wird ersichtlich, dass der Charakter der Hilfeleistung sich von einer materiellen Sicherung zu einer qualifikationsorientierten Selbsthilfe bewegt. In diesem Zusammenhang bedeutet das Umdenken des Sozialen einen wohlfahrtsstaatlichen Rückzug in Bezug auf die Dekommodifizierung, aber eine wohlfahrtsstaatliche Aktivierung in Bezug auf das Produzieren dieser neuen Steuerungskultur der Selbstkontrolle- und Befähigung. Es reflektiert ein neues Beziehungsverhältnis zwischen Staat und ihren Individuen. In diesem Sinne ist es auch legitim, ein verändertes Verständnis in Bezug auf Armut zu behaupten, weil die als soziologisch und mit einer gesamtgesellschaftlichen Reichweite bestimmte Reaktion darauf einen neuen Inhalt annimmt.

Schlagwörter in Deutsch

Armut / Sozialhilfe / Theorie der Modernität

Item Type: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
Author: Kovacs, Bence
Title: Das Konzept der Armut in der dritten Epoche der Moderne
Umfangsangabe: 125S. : graph. Darst.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publication year: 2011
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Reinprecht, Christoph
Assessor: Reinprecht, Christoph
Classification: 71 Soziologie > 71.81 Sozialhilfe
71 Soziologie > 71.02 Theorie der Soziologie
AC Number: AC08577060
Item ID: 15867
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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