Universitätsbibliothek Wien

Kairos, der schwache Herrscher.

Ganarini, Giuseppe (2011) Kairos, der schwache Herrscher.
Masterarbeit, Universität Wien. Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
BetreuerIn: Puhl, Klaus

[img]
Vorschau
PDF
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved

Download (1453Kb)
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30282.92726.250662-1
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30282.92726.250662-1

Link zu u:search

Abstract in Deutsch

Kairos, von den alten Griechen als Richter über Raum und Zeit geehrt und von den Dichtern vergöttlicht, bestimmt die Koordinaten des menschlichen Handelns – und doch, paradoxerweise, schöpft er aus diesem Handeln immer wieder seine Lebenskraft: er ist in der Tat „ausgezeichneter Augenblick, günstige Gelegenheit für…“, und tritt nur in Zusammenhang mit der Formulierung rationaler Pläne und Vorhaben auf. Diese Arbeit hat sich das Ziel gesetzt, die Rolle des Kairos in Aristoteles‘ Schriften und Denken zu untersuchen, und kommt zu dem Schluss, dass in Aristoteles‘ Weltanschauung die Realität keineswegs durch ein deterministisches Paradigma erklärt werden kann, denn Kairos, der kritische Augenblick, bricht die Kette der Kausalität und des Determinismus und lässt Raum für freies und verantwortungsbewusstes Handeln seitens der Menschen offen. Ferner wird Kairos als Moment der Betrachtung dargestellt, in dem der Mensch das höchste Glück erfährt. Schließlich wird auch die Rolle des Kairos-Begriffes bei der aristotelischen Dialektik, Rhetorik und Ethik hervorgehoben: Zeichen von Unvorhersehbarkeit und Unsicherheit, hält Kairos die Schicksale der Menschen in der Hand und nur der Mäßige und Aufmerksame wird ihn erkennen und festhalten, und die sich bietende, günstige Gelegenheit ausnützen.

Schlagwörter in Deutsch

Kairos / Aristoteles / Determinismus / Handlungsfreiheit / Verantwortung / Dialektik / Rhetorik / Moment der Betrachtung / Gelegenheit / günstiger Augenblick / Zeit / kritischer Augenblick

Abstract in Englisch

Kairos, who was venerated by the Greeks as judge of space and time and deified by the poets, defines the coordinates of human activity – and yet, paradoxically, draws on this human activity time after time his life-force: he is indeed “the favourable occasion for…” and appears only in context with the formulation of rational plans and intentions. This thesis aims to analyse the role of kairos in Aristotle’s writings and thinking and concludes that in Aristotle’s Weltanschauung reality cannot be explained by a deterministic paradigm, because kairos, the critical moment, breaks the chain of causality and determinism and leaves space for free and responsible human activity. Furthermore kairos is displayed as the moment of contemplation in which man experiences highest happiness. Finally the role of the kairos-term in the Aristotelian dialectics, rhetoric and ethics is accentuated: symbol of unpredictability and insecurity, kairos holds the destiny of man in his hands and only the moderate and vigilant will recognize and grasp him, and profit from the favourable opportunity.

Schlagwörter in Englisch

Kairos / Aristotle / determinism / freedom of action / responsibility / dialectics / rhetoric / moment of contemplation / occasion / favourable opportunity / time / critical moment

Dokumentenart: Hochschulschrift (Masterarbeit)
AutorIn: Ganarini, Giuseppe
Titel: Kairos, der schwache Herrscher.
Untertitel: die Rolle des Kairos-Begriffes in der Philosophie des Aristoteles
Umfangsangabe: 107 S. : Tab.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Publikationsjahr: 2011
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Puhl, Klaus
BeurteilerIn: Puhl, Klaus
Klassifikation: 08 Philosophie > 08.21 Griechische Philosophie, römische Philosophie
08 Philosophie > 08.38 Ethik
AC-Nummer: AC08913353
Dokumenten-ID: 15367
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

Urheberrechtshinweis: Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datennetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das österreichische Urheberrechtsgesetz; insbesondere sind gemäß § 42 UrhG Kopien und Vervielfältigungen nur zum eigenen und privaten Gebrauch gestattet. Details siehe Gesetzestext.

Dokument bearbeiten (nur für AdministratorInnen) Dokument bearbeiten (nur für AdministratorInnen)