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Kirchenorganisation und Herrschaft im frühmittelalterlichen Bayern des 7. und der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts

Gneiß, Markus (2011) Kirchenorganisation und Herrschaft im frühmittelalterlichen Bayern des 7. und der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts.
Diplomarbeit, Universität Wien. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Niederkorn, Meta

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30235.23904.518970-3
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Abstract in Deutsch

Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht die Untersuchung des Zusammenspiels der geistlichen und weltlichen Kräfte bei den kirchenorganisatorischen Maßnahmen, die am Ende des 7. und in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts (bis um 739) im Herzogtum Bayern ergriffen wurden. Nach einem Rückblick auf die spätantiken Ursprünge des Christentums im bairischen Raum setzt die ausführliche Analyse der Kirchenpolitik in Bayern mit der Regentschaft Herzog Theodos (ca. 680 bis 717/18) ein, da ab diesem Zeitpunkt eine deutliche Schwerpunktlegung der herzoglichen Politik auf den Aufbau von dukatsübergreifenden Kirchenstrukturen erkennbar ist. Herzog Theodo schaffte es, fränkisches Know-How für seine kirchenorganisatorischen Pläne zu gewinnen: Erhard und später Emmeram in Regensburg, Rupert in Salzburg und Korbinian in Freising. Die grundlegende These, dass kirchenorganisatorische Vorhaben in Bayern im untersuchten Zeitraum nicht ohne herzogliche Unterstützung und Erlaubnis (licentia) möglich waren, findet im Zuge der Analyse ihre Bestätigung. Theodo, aber auch sein Sohn und Nachfolger in Salzburg, Theodbert, verstanden es, kirchliche Gründungen (St. Peter in Salzburg, die Maximilianszelle im Pongau und das Frauenkloster am Nonnberg) für machtpolitische, landesausbauliche und wirtschaftliche Zwecke zu nützen. Eine ähnliche kirchenpolitische Vorgehensweise ist mit Einschränkungen bei Herzog Hucbert (ca. 725-736/37) und ganz bestimmt bei Herzog Odilo (736/37-748) zu finden. Weiters im Fokus der vorliegenden Arbeit steht aber auch die um 715 beginnende Kontaktaufnahme Bayerns zum Papst, eine Verbindung, die aus politischen Gründen auch in den Folgejahrzehnten nie abriss. Der Plan, Bayern in drei bis vier Bistümer zu teilen und in eine eigenständige Kirchenprovinz mit Metropolitansitz umzugestalten, kam noch unter Herzog Theodo auf. Bischöfe wirkten in den Folgejahren definitiv im Dukat, die Metropolitanstellung wurde jedoch erst im Jahr 798 erreicht. Daran konnte auch die Reorganisation der bairischen Kirche durch Bonifatius im Jahr 739 nichts ändern, wobei die vorliegende Arbeit zeigt, dass Odilo und der Angelsache offenbar weitreichendere Pläne hatten, als sie schließlich umsetzen konnten. Ausführliche Analysen verschiedenster Quellen, vor allem aus dem Bereich der bairischen Historio- und Hagiographie, ergänzen und belegen die oben angesprochenen Punkte. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Liber vitae von St. Peter, dem das abschließende Kapitel gewidmet ist. Auf Initiative Bischof Virgils von Salzburg (gest. 784) entstanden, zeigt er ein bestimmtes Bild der vorbonifatianischen bairischen Kirchengeschichte, das sich an Rupert, Emmeram und Korbinian orientiert.

Schlagwörter in Deutsch

Frühmittelalter / Kirchenorganisation / Herrschaft / Bayern

Dokumentenart: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
AutorIn: Gneiß, Markus
Titel: Kirchenorganisation und Herrschaft im frühmittelalterlichen Bayern des 7. und der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts
Umfangsangabe: 119 S.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publikationsjahr: 2011
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Niederkorn, Meta
BeurteilerIn: Niederkorn, Meta
Klassifikation: 15 Geschichte > 15.31 Frühes Mittelalter
15 Geschichte > 15.56 Bayern
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte
AC-Nummer: AC08710646
Dokumenten-ID: 15292
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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