Universitätsbibliothek Wien

Das Unterolberndorfer Treffen

Jaks, Marion (2008) Das Unterolberndorfer Treffen.
Diplomarbeit, Universität Wien. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Sauer, Walter
Keine Volltext-Freigabe durch VerfasserIn.

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30501.93492.745859-3
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Abstract in Deutsch

Diese Arbeit stellt einen ersten Versuch einer wissenschaftlichen Aufarbeitung der Ereignisse rund um das Unterolberndorfer Treffen von Mitgliedern des Externen Komitees des ugandischen National Resistance Movement (NRM) dar. Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit der politischen Geschichte Ugandas im 20. Jahrhundert. Es wird ein Überblick von der Unabhängigkeit Ugandas, über die Zeit der Regierung Milton Obote I, der Regierung Idi Amins und der Regierung Obote II geboten. Dieser endet mit der Eroberung der ugandischen Hauptstadt Kampala durch das National Resistance Movement (NRM) im Jahr 1986. Diese Bewegung war 1981 mit dem Ziel gegründet worden, die Regierung Milton Obote II zu stürzen. Der Kampf des NRM gegen die Regierung Obote II stellt den Hintergrund zu ihren Aktivitäten in Österreich dar. Im zweiten Teil der Arbeit wird auf Gründung, Ziele, Strategie und Aktivitäten einer Unterorganisation des NRM in Wien eingegangen, die im Jahr 1982 gegründet wurde: die Evidenz-Arbeitsgruppe. Ihr Ziel war es, österreichische Persönlichkeiten, die in der Öffentlichkeit standen, für den Kampf des NRM gegen die Regierung Obote zu interessieren. Diese Personen sollten als „Gatekeeper“ weitere Kontakte vermitteln, sodass auch hochrangige österreichische Politiker angesprochen werden konnten. In diesem Teil der Arbeit wird auf verschiedene Kontakte der Evidenz-Arbeitsgruppe zu ÖsterreicherInnen eingegangen. Weiters wird als Höhepunkt der Kontakte zwischen Mitgliedern des NRM und bedeutenden ÖsterreicherInnen die Kontaktaufnahme dieser Bewegung zum damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky beschrieben. Im Anschluss an ein Treffen zwischen Kreisky und einer Delegation des NRM gab es einen Briefwechsel mit der Delegationsleiterin, Elizabeth Bagaaya, der unter anderem zeigt, dass der österreichische Bundeskanzler eine finanzielle Unterstützung für Janet Museveni, Ehefrau von Yoweri Museveni, für ihre Flucht von Nairobi nach London veranlasste. Darüber hinaus gibt es Dokumente, die darauf verweisen, dass Bruno Kreisky bezüglich des NRM und des Konflikts in Uganda zu Beginn der 1980er Jahre mit den Staatsoberhäuptern von Tanzania, Libyen, Ägypten und Sudan korrespondierte. Allerdings erlauben diese Schriften kein klares Bild der Einstellung des österreichischen Bundeskanzlers gegenüber dem NRM. Der dritte Teil dieser Arbeit hat das Unterolberndorfer Treffen von Mitgliedern des Externen Komitees des NRM und Yoweri Museveni, Vorsitzender des NRM, im Jahr 1985 zum Thema. Dieses dauerte von 15. bis 18. Juni 1985; geladen waren neben Yoweri Museveni zwölf Mitglieder des Externen Komitees des NRM, wobei letztendlich nur sechs davon teilnahmen. Diese Personen waren durchwegs langjährige Weggefährten von Yoweri Museveni. Zwei Personen, die an diesem Treffen teilnahmen, waren nicht nur Mitglieder des Externen Komitees, sondern auch Leiter von anderen Komitees des NRM. Bezüglich der Inhalte, welche in Unterolberndorf besprochen werden sollten, gehen die Aussagen der Quellen auseinander. Diese werden in diesem Abschnitt der Arbeit vorgestellt. Im letzten Teil der Arbeit wird die Frage gestellt, welche Nachwirkungen die Aktivitäten von Mitgliedern des NRM in Österreich hatten. Hierbei wird auf die Gründung der Plattform Österreich-Uganda und den Staatsbesuch von Präsident Yoweri Museveni 1994 eingegangen; ebenso wird untersucht, welche Bedeutung das Unterolberndorfer Treffen 1985 für die österreichische Entwicklungszusammenarbeit mit Uganda hatte. Ein weiterer Abschnitt des letzten Teils der Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung des Unterolberndorfer Treffens (1985) in den österreichischen Printmedien. Zu Erarbeitung des Themas wurden unterschiedliche Arten von Quellen verwendet. Den Ausgangspunkt zur Erschließung weiterer Quellen stellte ein ausführlicher Erinnerungsbericht von Peter Jjumba, ehemaliger Aktivist der Evidenz-Arbeitsgruppe, dar. In diesem Text werden verschiedene Personen genannt, welche mit den Aktivisten in Kontakt standen. In weiterer Folge wurden etliche dieser Personen zu einem Interview gebeten. Ebenso wurden auch autobiographische Werke hinzugezogen. Der Erinnerungsbericht von Peter Jjumba lieferte auch Anhaltspunkte für weiterführende Recherchen. So wird in dem Bericht die Kontaktaufnahme des NRM mit Bundeskanzler Bruno Kreisky erwähnt. Dies stellte ein wichtiges Vorwissen für eine Recherche in der Stiftung Bruno Kreisky Archiv dar, wo weitere Quellen erschlossen werden konnten. Weitere Archivalische Quellen fanden sich in der Österreich-Dokumentation des Dokumentations- und Kooperationszentrums Südliches Afrika (SADOCC). Für eine Untersuchung der Darstellung des Unterolberndorfer Treffens 1985 in den österreichischen Printmedien wurden Artikel aus den Zeitungen Kurier, Neue Kronen Zeitung, Presse und Wiener Zeitung aus den Jahren 1994 bis 1996 herangezogen.

Schlagwörter in Deutsch

Unterolberndorf / Uganda National Resistance Movement

Dokumentenart: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
AutorIn: Jaks, Marion
Titel: Das Unterolberndorfer Treffen
Untertitel: die Aktivitäten des ugandischen National Resistance Movement (NRM) in Österreich
Umfangsangabe: 118 S.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publikationsjahr: 2008
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Sauer, Walter
BeurteilerIn: Sauer, Walter
Klassifikation: 15 Geschichte > 15.99 Geschichte: Sonstiges
AC-Nummer: AC07043017
Dokumenten-ID: 1392
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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