Universitätsbibliothek Wien

Die Religion und das Utopische im Feld der Fantastik

Riha, Alexander (2010) Die Religion und das Utopische im Feld der Fantastik.
Diplomarbeit, University of Vienna. Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Innerhofer, Roland

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DOI: 10.25365/thesis.13150
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30061.07350.804659-4

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Abstract in German

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Wirkungen von narrativen Elementen aufeinander. Dabei wird von zwei unterschiedlichen Formen der Heilserwartung, zum einen der religiös-sakralen und zum anderen von der utopisch-säkularen Ausformung ausgegangen, die – in Opposition gesetzt – in das Feld der Fantastik eindringen. Dem Problem der Vergleichsmöglichkeiten der beiden philosophischen Begriffe ‚Religion’ und ‚Utopisch’ wurde mit der semiotischen Definition der Religion von Gerd Theißen begegnet, der drei Ausdrucksformen des Religiösen annimmt: Ethos Mythos und Ritus. Diesen werden mit der Ideologie, der literarischen Utopie und der Revolution beziehungsweise der Reform drei adäquate Formen des Utopischen entgegengesetzt. Durch die oppositionelle Darstellung von Heilserwartungen kommt es in der erzählenden Literatur zu einer Genese von fantastischen Elementen, die in der Arbeit zum einen auf inhaltlicher Ebene durch einen Bruch in der textimmanenten Realität untersucht werden, und zum anderen auf rhetorischer Ebene. Die beiden Narrative Mythos und literarische Utopie werden im Aufeinandertreffen entweder durch eine Sinnhypertrophie oder einen Sinnkollaps ihrer Bedeutung beraubt, somit als ganzes hinterfragt und als Paradoxien in eine fantastische ‚Gegenrhetorik’ überführt. Dass Texte mit diesen Phänomenen sehr unterschiedlich umgehen, zeigt sich in an den Beispielen. Während Werner Illings Utopolis der utopisch-kommunistischen Gesellschaft den Vorzug gibt und Gegenkonzepte eliminiert, fokussiert Thea von Harbous Metropolis hingegen stärker auf den Handlungsverlauf. Ob der utopische Zustand wirklich eintritt, kann nur mehr erahnt werden und fantastische Elemente sind deutlich erkennbar. Gerhart Hauptmanns Die Insel der Großen Mutter oder das Wunder von Île des Dames setzt unterschiedliche Staatenmodelle in Opposition und negiert in einem orgiastischen Finale Heilserwartungen im Allgemeinen.

Schlagwörter in Deutsch

Deutsch / Roman / Utopie / Religion / Phantastische Literatur / Geschichte 1890 - 1930

Item Type: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
Author: Riha, Alexander
Title: Die Religion und das Utopische im Feld der Fantastik
Subtitle: am Beispiel von Werner Ilings "Utopolis", Thea von Harbous "Metropolis" und Gerhart Hauptmanns "Die Insel der Großen Mutter"
Umfangsangabe: 161 S.
Institution: University of Vienna
Faculty: Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publication year: 2010
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Innerhofer, Roland
Assessor: Innerhofer, Roland
Classification: 17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.80 Literarische Gattungen: Allgemeines
AC Number: AC08409001
Item ID: 13150
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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