Universitätsbibliothek Wien

"Es gibt einen der Dich liebt ... Jesus Christus"

Pechanek, Berta (2008) "Es gibt einen der Dich liebt ... Jesus Christus".
Diplomarbeit, Universität Wien. Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Bockhorn, Olaf

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30014.47399.144661-3
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Abstract in Deutsch

Die Arbeit behandelt den Werdegang der Pfarrkirche von Fünfhaus, Maria vom Siege, zu einer „modernen Wallfahrtskirche“ durch die Einführung einer Monatswallfahrt in deren Mittelpunkt das unscheinbare Gnadenbild aus dem Dreißigjährigen Krieg steht. Der Wiener Kardinal Joseph Othmar von Rauscher verlieh der Kirche bei der feierlichen Weihe den Namen seiner römischen Titularkirche „Santa Maria della Vittoria“. Er war es der den Kirchenbau vehement einforderte und seine Fertigstellung vorantrieb. Der monumentale Sakralbau sollte eine katholische Alternative zu den damals um sich greifenden antiklerikalen Bewegungen schaffen und wurde als Mittel im österreichischen Kulturkampf eingesetzt. Für die Ausführung seiner ehrgeizigen Pläne konnte der Kardinal den berühmten „Neugotiker“ Friedrich Schmidt gewinnen. Durch die fruchtbare Zusammenarbeit des katholischen Kirchenfürsten mit dem deutschen Pastorensohn wurde der, für eine Pfarrkirche ungewöhnliche Backsteinbau geschaffen. Der Innenraum wird von acht mächtigen Pfeilern dominiert, deren Malerei in Ziegelimitation gefertigt ist. Die ikonografische Ausschmückung ist nach den Plänen von Friedrich Schmidt, im Sinne eines Gesamtkunstwerkes im damals üblichen „Nazarener Stil“ ausgeführt. Obwohl immer wieder kunsthistorische Vergleiche mit anderen europäischen Kirchen angestellt wurden, so ähnelt der Bau in vieler Hinsicht vor allem der venezianischen Kirche Santa Maria della Salute. Der Kuppelbau und seine beiden Türme wurden im zweiten Weltkrieg stark beschädigt die permanente Renovierungsarbeiten bis in die Gegenwart erforderlich machten. Neue Impulse brachte die Einführung einer Monatswallfahrt zu dem böhmischen Gnadenbild, das der Kirche ihren klangvollen Namen gab. Das Bild ist eine Darstellung der Geburt Jesu, der am 25. jedes Monats gedacht wird. Der Mittelpunkt und Abschluss der Wallfahrt ist der vom Priester gespendete Einzelsegen. Die Legende des Gnadenbildes erzählt von einem wundersamen Eingreifen der Gottesmutter in der Schlacht am Weißen Berg zu Gunsten der katholischen Heere. Der charismatische Karmeliterpater Dominikus a Jesu e Maria soll mit dem beschädigten Marienbild die Soldaten zum Sieg geführt haben. Die „Verletzungen“ der am Bild dargestellten Personen, Maria, Josef und zwei Hirten kratzte man die Augen aus, nur das Jesuskind blieb verschont, schrieb man den Protestanten zu. Diese lehnte ja eine Marienverehrung weitgehend ab. Der überaus fromme Kaiser Ferdinand und sein Oberbefehlshaber Herzog Max von Bayern, beide fanatische Verehrer der Muttergottes stilisierten diesen Sieg als bedeutenden Wendepunkt in der Gegenreformation hoch und beeinflussten damit die religiöse Landschaft Europas. Die Bemühungen des Pfarrers um die Kirche gehen in die Richtung, die Kardinal Rauscher bei der Einweihung sich gewünscht hat, nämlich den Menschen und ihren Problemen eine Stütze zu sein, denn „Es gibt einen der Dich liebt….Jesus Christus“!

Schlagwörter in Deutsch

Maria vom Siege / Monatswallfahrt / Gnadenbild / 30jähriger Krieg

Dokumentenart: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
AutorIn: Pechanek, Berta
Titel: "Es gibt einen der Dich liebt ... Jesus Christus"
Untertitel: die Pfarrkirche Maria vom Siege in Wien Fünfhaus - eine Wallfahrtskirche neueren Zuschnitts inmitten eines Arbeiterbezirkes
Umfangsangabe: 100 S. : Ill.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publikationsjahr: 2008
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Bockhorn, Olaf
BeurteilerIn: Bockhorn, Olaf
Klassifikation: 73 Ethnologie, Volkskunde > 73.08 Regionale Ethnologie
AC-Nummer: AC07067457
Dokumenten-ID: 1273
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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