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Die Figur des Kindes in "Parzival", "Niblungenlied" und "Tristan" entsprechend der Erzählstrategien dieser Werke

Dorfer-Frick, Maria (2010) Die Figur des Kindes in "Parzival", "Niblungenlied" und "Tristan" entsprechend der Erzählstrategien dieser Werke.
Diplomarbeit, University of Vienna. Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Reichert, Hermann

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DOI: 10.25365/thesis.12403
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29738.94915.841555-0

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Abstract in German

Im Rahmen dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass die Kindheitsdarstellungen im Nibelungenlied, Wolframs Parzival, Gottfrieds Tristan und Eilharts Tristrant eine spezifische Funktion im Text erfüllen. Während im Nibelungenlied die punktuelle Darstellung von Kindern überwiegt, wird in Wolframs Parzival, Gottfrieds Tristan sowie Eilharts Tristrant auf die Kindheit des Protagonisten eingegangen. Dabei unterscheiden sich die Kindertypen deutlich: Parzival wird als tump charakterisiert, Tristan als gebildet und vorbildhaft. Die Elternfiguren haben einen großen Einfluss auf das Leben der Helden: Bei Tristan und Parzival zeigt sich, dass die Elternvorgeschichte große Bedeutung für den weiteren Lebensweg des Protagonisten hat. Sie erklärt seine art und deutet sein Schicksal voraus. Die Elternvorgeschichte fehlt im Nibelungenlied zur Gänze, da sie keine Auswirkung auf das Schicksal der Figuren hat. Es gibt zwar keine „typische Kinderdarstellung“ in der mittelhochdeutschen Literatur, jedoch konnte in dieser Arbeit auf einige Gemeinsamkeiten von Kinderfiguren hingewiesen werden: Der kindliche Protagonist zeichnet durch seine außergewöhnlichen Fähigkeiten, seine besondere Schönheit sowie seine schnelle Auffassungsgabe aus. Er ist allseits beliebt und sticht durch seine Fähigkeiten (oder im Falle Parzivals durch seine tumpheit) hervor. Die Figuren werden gemäß ihrem Geschlecht behandelt und verhalten sich auch entsprechend. Die dargestellten Nebenfiguren sind punktuell gestaltet und meist auf den Protagonisten ausgerichtet. Erziehung und Ausbildung sind von großer Wichtigkeit für die kindlichen Figuren: Die Protagonisten erhalten meist einen Erzieher und einen oder mehrere Lehrer. Es konnte ferner gezeigt werden, dass es in den behandelten Texten keine Kinderdarstellung im ihrer selbst Willen gibt. Je ausführlicher die Kindheitsgeschichte im Text erzählt wird, desto wichtiger ist ihre Funktion im Werk. Dabei wird die Darstellung von außerordentlicher Reife oder Kindlichkeit vom Erzähler bewusst eingesetzt.

Schlagwörter in Deutsch

Kindheit im Mittelalter / mittelhochdeutsche Literatur / Kinderdarstellungen im Mittelalter / Kinder in der mittelhochdeutschen Literatur

Item Type: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
Author: Dorfer-Frick, Maria
Title: Die Figur des Kindes in "Parzival", "Niblungenlied" und "Tristan" entsprechend der Erzählstrategien dieser Werke
Umfangsangabe: 133 S.
Institution: University of Vienna
Faculty: Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publication year: 2010
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Reichert, Hermann
Assessor: Reichert, Hermann
Classification: 17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.08 Deutsche Sprache und Literatur
AC Number: AC08385996
Item ID: 12403
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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