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Zur europäischen Wahrnehmung von Besessenheitsphänomenen und Orakelwesen in Tibet

Zotz, Birgit (2010) Zur europäischen Wahrnehmung von Besessenheitsphänomenen und Orakelwesen in Tibet.
Diplomarbeit, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften

BetreuerIn: Kremser, Manfred
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Abstract in German

Tibet wurde in Europa seit den ersten Berichten Reisender stark mit Mystik, Zauberei und religiöser Praxis assoziiert. Einen zentralen Bestandteil dieser Wahrnehmung bilden Besessenheitszustände. Hiezu gehören das Orakelwesen der Klöster, bei denen Gottheiten durch ein Medium sprechen, ebenso wie schamanische Praktiken, bei denen Wesenheiten Besitz vom Menschen ergreifen sollen, oder auch ungewollte Zustände von Besessenheit. Diese Arbeit untersucht im Schwerpunkt, wie europäische Reisende in Tibet in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, dem für das gegenwärtige Tibet-Bild prägenden Zeitraum, diese Phänomene wahrnahmen, beschrieben und einordneten. Bewusst wird keine Beschränkung auf wissenschaftliche Literatur vorgenommen, sondern es kommen Zeugnisse zu diesen Phänomenen von Reisenden, Forschern und Abenteurern in Betracht. Im Zentrum der Darstellung stehen Ernst Schäfer, Anagarika Govinda (Ernst Lothar Hoffmann), Heinrich Harrer und René de Nebesky-Wojkowitz. Zu jedem dieser vier Reisenden wird nach einer biografischen Skizze die grundlegende Haltung untersucht, um vor diesem Hintergrund seine Erfahrungen mit Besessenheitsphänomenen im tibetischen Kulturraum zu reflektieren. Folgende Fragen werden dabei berücksichtigt: Wie werden die entsprechenden Phänomene in den schriftlichen Zeugnissen wiedergegeben? Wie haben diese Reisenden ihre Beobachtungen von Besessenheit eingeordnet und beurteilt? Von welchen persönlichen oder philosophischen Konzepten waren sie beeinflusst? Welche Motive hatten die Reisenden in Bezug auf Tibet? Durch eine Analyse ihrer schriftlichen Zeugnisse wird ihr Blick auf Besessenheitsphänomene deutlich. In der Analyse geht es auch um die Frage, inwieweit hier Haltungen wie Ethnozentrismus und Exotismus zum Tragen kommen sowie um Probleme des Unterscheidens von Wahrnehmung und Konstruktion. Die methodische Vorgehensweise ist eine qualitative Inhaltsanalyse von schriftlichen Zeugnissen der Reisenden. Darüber hinaus soll die Arbeit einen Beitrag zur Selbstreflexion liefern. Indem aufgezeigt wird, von welchen Prämissen frühere europäische Reisende ausgingen und welche Begriffe sie für das Beobachtete prägten, kann der Blick dafür geschärft werden, wie sehr man auch als heute tätiger Kultur- und Sozialanthropologe von lange tradierten Formen der Repräsentation geprägt ist. Mit einem Bewusstsein für mitgebrachte europäische Prägungen sollten sich veränderte Bewusstseinszustände, Besessenheit und Orakelwesen in Tibet angemessener erforschen lassen.

Schlagwörter in Deutsch

Tibet / Besessenheit / Orakel / Buddhismus / Exotismus / Ethnozentrismus / Schamanismus / Heinrich Harrer / Anagarika Govinda / Rene Nebesky-Wojkowitz / Ernst Schäfer

Item Type: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
Author: Zotz, Birgit
Title: Zur europäischen Wahrnehmung von Besessenheitsphänomenen und Orakelwesen in Tibet
Umfangsangabe: 175 S.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publication year: 2010
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Kremser, Manfred
Assessor: Kremser, Manfred
Classification: 73 Ethnologie, Volkskunde > 73.57 Kulte, Riten
AC Number: AC08347881
Item ID: 11978
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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