Universitätsbibliothek Wien

Das Internet als Gesundheitsinformationsquelle in der späten Moderne

Wirl, Charlotte (2009) Das Internet als Gesundheitsinformationsquelle in der späten Moderne.
Dissertation, University of Vienna. Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
BetreuerIn: Pelikan, Jürgen
Gesperrt bis: 15 June 2012

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29920.45130.582861-9
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Abstract in German

Im Zusammenhang von Internet und Gesundheitsinformationen wird in der verfügbaren Literatur immer wieder von mündigen Patienten gesprochen, aber auch vor den Gefahren des Internets gewarnt. Es gibt jedoch sehr wenige Studien darüber, wie durchschnittliche Internetnutzende Gesundheitsinformationen verwenden oder suchen. Vorliegende Arbeit versucht daher gezielt den „durchschnittlichen Nutzer“ ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken. Die Theorien der späten oder reflexiven Moderne mit ihrer Beschreibung der Individualisierung dienen in der vorliegenden Arbeit als Grundlage, um das Verhalten der Laien in Österreich zur Suche von Gesundheitsinformationen im Internet zu erklären. Mit Hilfe einer österreichweiten, repräsentativen Telefonbefragung und eines eigens entwickelten Fragebogen werden die Art und das Ausmaß der Nutzung von online- Gesundheitsinformationen erhoben. In Österreich nutzt ein Drittel der Bevölkerung das Internet für Gesundheitsinformationen. Bezüglich des Anteils der Nutzerinnen und Nutzer konnten keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen festgestellt werden. Die gefundenen Einflussfaktoren auf die Tatsache, ob Personen das Internet für Gesundheitsinformationen nutzen oder nicht, sind größtenteils auf die generelle Internetnutzung zurückzuführen. Diskussionen über ein Digital Divide bezüglich Gesundheitsinformationen können somit nicht von Diskussionen über Digital Divide im Allgemeinen getrennt werden. Mit Hilfe qualitativer Interviews wurde der Frage nach möglichen Definitionen von Gesundheitsinformationen durch Laien nachgegangen. Dabei zeigt sich eine Mischung aus einem Informationsbedürfnis bezüglich aktueller Erkrankungen und Symptomen und einem allgemeinen Bedürfnis „dem Körper und der Gesundheit etwas Gutes zu tun“. Dies betrifft in den meisten Fällen gesunde Ernährung und in einzelnen Fällen Sport. Der Begriff von Gesundheitsinformationen deckt insgesamt ein sehr breites Spektrum an Themen ab, die ebenfalls zahlreiche Lebensstilentscheidungen beinhalten. Von allen Interviewten wird immer wieder betont, dass sie „verantwortungsvoll“ mit den Informationen umgehen und sich größtenteils mit einer Ärztin oder einem Arzt rücksprechen. Die Internetsuche nach Gesundheitsinformationen ist somit komplementär zum Arztbesuch zu sehen. Ziel weiterer Forschung sollte es sein, eine Definition von Gesundheitsinformationen auszuarbeiten und sie in standardisierten Fragebögen einheitlich zu verwenden. Eine wichtige Erkenntnis für weitere Vorgehensweisen liefern die hier durchgeführten qualitativen Interviews, die ein starkes Bedürfnis nach Informationen zu einem allgemeinen Wohlbefinden aufdecken.

Schlagwörter in Deutsch

Internet / Gesundheitsinformation / späte Moderne / Giddens / E-Health / Gesundheit

Abstract in English

This thesis focuses on the public usage of health information available on the World Wide Web. The concept of individualization as described in the late or reflexive modernity literature by Giddens and Beck is applied to explain why individuals seek health information online. The responsibility for health is increasingly shifted towards the individual and more decisions regarding daily life are somehow interlinked to questions relating to health. Recent research mainly focused on the reflexive consumer or reflexive patient but characteristics of the general public have hardly been acknowledged. Data from a representative sample allows obtaining insight regarding the use of online health information in Austria. One third of the Austrian population uses the Internet in order to search for health information, mainly on an irregular basis. However 18 percent search the web for health information on a weekly basis. In order to determine the use of online health information a linear logistic regression was performed. The main influences (income, age, minors at home) are explained by the Internet use in general. Hardly any gender differences are found in the frequency or nature of Internet use for health information. In order to gain further insight into the perception of online health information narrative interviews were conducted. The respondents show a broad understanding of health information and a need for information on achieving general wellbeing e.g. through nutrition or sport. Various life style decisions are connected to Internet use for health information. Despite the fact that the Internet is used as an encyclopaedia (as seen in the representative study) for health information medical doctors remain the most trusted source in order to gather information on health issues. Health information found on the www has to be seen additionally to the doctor’s visit. Further research should concentrate on issues such as health literacy and risk perception to explain the use of the Internet for health information. In order to allow valid comparisons among future studies a harmonised definition of health information needs to be elaborated, taking into account the importance of general wellbeing as indicated in this research.

Schlagwörter in Englisch

Health / Internet / health information / late modernity

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Wirl, Charlotte
Title: Das Internet als Gesundheitsinformationsquelle in der späten Moderne
Subtitle: zur Nutzung von online Gesundheitsinformationen in der Allgemeinbevölkerung in Österreich
Umfangsangabe: 149 S. : graph. Darst.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Publication year: 2009
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Pelikan, Jürgen
Assessor: Pelikan, Jürgen
2. Assessor: Forster, Rudolf
Classification: 71 Soziologie > 71.89 Sozialpolitik: Sonstiges
AC Number: AC05041022
Item ID: 11825
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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