Universitätsbibliothek Wien

Das Rätsel der Grabplatte des Hubert van Eyck

Merth, Alexandra (2008) Das Rätsel der Grabplatte des Hubert van Eyck.
Diplomarbeit, University of Vienna. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Schwarz, Michael Viktor

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29291.94593.217365-2
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Abstract in German

Zentrale These dieser Arbeit ist, dass es sich bei der Ende des 19. Jahrhunderts im Nordportal der Genter Kathedrale St. Bavo aufgefundenen Grabplatte um jene Hubert van Eycks handelt. Um dies zu beweisen, wurde mithilfe des fragmentarisch erhaltenen Bestands der Grabplatte, eigener Recherchen vor Ort und unter Zuhilfenahme der historischen Quellen eine möglichst vollständige Rekonstruktion des ursprünglichen Aussehens sowie eine Nachzeichnung ihres Verlegungsweges vom ursprünglichen Aufstellungsort zum Ort ihrer Auffindung angestrebt. Informationslücken bezüglich der Ausgestaltung konnten durch etliche Vergleiche mit Grabplatten der Zeit weitgehend geschlossen werden, die darüber hinaus zeigten, dass die Grabplattengestaltung sowie die durch Quellen überlieferte Inschrift ausgesprochen gut in den zeitlichen Kontext kurz nach Huberts Tod 1426 passen. In die Grabplatte aus schwarzem Tournaier Kalkstein war ursprünglich ein Skelett aus weißem Stein (vermutlich Marmor) mit einer metallenen Inschriftenplatte vor der Brust eingelegt, das in den Händen Banderolen aus Metall, wahrscheinlich Messing, hielt. Den Grabplattenrand zierte ein metallenes Inschriftenband, dessen Vierpässe mit Evangelisten- und Wappendarstellungen gefüllt waren. Die Verwandtschaft der Inschrift mit der höfischen Legende der drei Lebenden und der drei Toten sowie die in Frankreich hochaktuelle, in Flandern allerdings noch nicht verbreitete Transi- Darstellung, die sich auch in Huberts Grabplatte findet, legen die Vermutung nahe, dass diese Themen durch Huberts Bruder Jan van Eyck nach Gent kamen, der sie als Maler am burgundischen Hof des Herzogs Philipp des Guten, einem künstlerischen Zentrum der Zeit, sicher kennen gelernt hatte. Weitere Parallelen zum malerischen Werk Jan van Eycks im Hinblick auf die differenziert eingesetzten Inschriften sowie die im Oeuvre Jans und in der Grabplatte auftretende Thematik des Spiegel(n)s unterstreichen die These, dass Jan van Eyck für die Konzeption der Grabplatte Huberts verantwortlich zeichnete. Die Identifizierung der Grabplatte als jene Hubert van Eycks stellt somit einen faktisch erhaltenen Puzzlestein im großen Rätsel um die immer wieder in Zweifel gezogene Person des Malers Hubert van Eyck dar.

Schlagwörter in Deutsch

spätmittelalterliche Grabplatte / Hubert van Eyck / Gent / Kathedrale St. Bavo / Skelett / Transi / Knochenmann / Jan van Eyck / Legende der drei Lebenden und der drei Toten / Grabplatten 1400-1450 / Einlegearbeiten

Schlagwörter in Englisch

medieval tomb slab / Hubert van Eyck / Ghent / Saint-Bavo´s Cathedral / skeleton / Transi / Jan van Eyck / Legend of the three dead and the three living / tombstones 1400-1450 / inlaid works

Item Type: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
Author: Merth, Alexandra
Title: Das Rätsel der Grabplatte des Hubert van Eyck
Umfangsangabe: 144 S. : Ill.
Institution: University of Vienna
Faculty: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publication year: 2008
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Schwarz, Michael Viktor
Assessor: Schwarz, Michael Viktor
Classification: 20 Kunstwissenschaften > 20.31 Bildende Künstler
20 Kunstwissenschaften > 20.70 Europäische Kunst: Allgemeines
20 Kunstwissenschaften > 20.89 Kunstgeschichte: Sonstiges
AC Number: AC07037110
Item ID: 1171
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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