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Archaeology and politics

Pfaffl, Magdalena (2010) Archaeology and politics.
Diplomarbeit, Universität Wien. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Theune-Vogt, Claudia

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29560.88418.753061-0
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Abstract in Englisch

Archeology and politics nowadays seem to be inseparably interconnected which led to the paper's scientific question of how politics do influence archeological work. Whilst, because of the European origin of the author, Europe and European history of science had to be used as framework, which mostly was done through reception of a major paper by German archeologist Gabriele Mante, the paper at hand deals with the archeology-politics correlation on example of sites in Middle East and Africa. The Middle East very prominently features the coming into existence and fall of myths and the extend to which archeology can, in fact, influence whole societies and nations, by example of the Herodian fortress of Masada near the Dead Sea. Two subsequent generations of Israeli archeologist's research is examined to show the connection between both scientist's, very different approaches on Flavius Josephus' „sicarii“-narrative and the researcher's socio-political environment. Ultimately it could be shown that within less then half a century the fortress and its finds featured powerful narratives of both bravery and fear. A stone's throw away from Masada another site, the ancient Jewish village of Ein Gedi, excavated during what might have been the most calm and hopeful period of modern Israeli history, confirms the tight relationship between archeology and politics. Researched by a multicultural and multi-ethical team Ein Gedi in fact produces an amazingly vivid picture of a thriving Jewish village, however even at a site as exemplary as Ein Gedi politics did sure have an influence on archeology and promoted the establishment of an Ein Gedi narrative of repeated wealth and good relations with its neighbors. The second set of examples is hosted by the geographic area of sub-Saharan Africa. Whilst the sample of Gavin Lucas' survey of the South African Simonsberg mines, deals with the archeologypolitics- correlation on a micro scale – a one-man survey conducted within a few days of time as a part of a bigger research project – it still shows very prominently the influence Lucas' political environment had on his research, which is of even more interest, given that how he paid attention on politic influence. Lastly history of science and contemporary archeological development in sub-Saharan African migration archeology show the macro scale of politics in archeology, highlighting an environment in which the correlation between that time's political and social climate and contemporary archeological theories is easy to spot. It also hints on the levels of complication mirroring the complexity of society itself within which politic happens in archeology and other historic sciences. Due to the examples dealt with a list of critical points of archeological research can be compiled that tracks political influence in archeology from the very decision on a topic of research, via the process of funding to the very field work, interpretation and, ultimately to the decision on the extent of preservation and presentation of a certain site to the public. In short: politics could be found to influence archeological research in every instance decisions are been taken and, as decisions are crucial for scientific cognition, it is, thus inextricably interconnected to the archeological research process. Whilst the proper implementation of academic research methods can limit the impact of political influence, awareness, both on the author's and recipient's side also does play a major role. The topic, after all, is of interest not only for the, maybe especially vulnerable, historic sciences but for the whole of a society gravely shaped by the scientific way of establishment of the truth.

Schlagwörter in Englisch

Africa / Europe / Middle East / Archaeology / Politics / Identity / Myth / Constructed History / Masada / Ein Gedi / Simonsberg / Goede Verwachting / Migration / Bantu

Abstract in Deutsch

Archäologie und Politik scheinen heutzutage untrennbar miteinander verbunden zu sein, wodurch sich die Forschungsfrage nämlich, auf welche Art Politik archäologisches Arbeiten beeinflusst, nahezu aufdrängt. Während durch die Europäische Herkunft der Autorin Europa und die Europäische Forschungsgeschichte als Rahmen verwendet werden müssen, was vor Allem durch die Betrachtung einer Forschungsarbeit der Deutschen Archäologin Gabriele Mante geschieht, beschäftigt sich die vorliegende Arbeit vor Allem anhand von Beispielen aus dem Nahen Osten und Afrika mit der Korrelation zwischen Archäologie und Politik. Der Nahe Osten zeigt die Entstehung und Zerstörung von Mythen und das Ausmaß, in dem Archäologie ganze Nationen beeinflussen kann, am Beispiel der Herodianischen Festung Masada nahe dem Toten Meer. Die Forschungstätigkeit zweier aufeinanderfolgender Generation Israelischer Archäologen zeigt den Zusammenhang der sehr verschiedenen Interpretationen mit dem sozio-politischen Umfeld der Forscher. Schlussendlich zeigt sich dass die Festung und ihre Funde innerhalb weniger als eines halben Jahrhunderts zum Hintergrund bedeutender Mythen über sowohl Mut als auch Angst wurden. Nur einen Steinwurf entfernt von Masada bestätigt ein weiterer Fundort, das antike Jüdische Dorf Ein Gedi die engen Verbindungen zwischen Archäologie und Politik. Das während der womöglich ruhigsten Periode moderner Israelischer Geschichte von einem multikulturellen und ethnisch vielfältigem Team erforschte Dorf brachte tatsächlich ein erstaunlich facettenreiches Bild des täglichen Lebens hervor. Es zeigt sich jedoch, dass selbst hier das politische Klima der Zeit die Forschung beeinflusst und die Vorstellung eines Dorfes mit guten Beziehungen zu seinen Nachbarn begünstigt. Die zweite Gruppe von Beispielen befasst sich mit der geographischen Gegend Afrikas südlich der Sahara. Während das Beispiel von Gavin Lucas Untersuchungen des Bergwerks am Südafrikanischen Simonsberg Archäologie und Politik im kleinen Maßstab, nämlich dem einer ein- Mann-Untersuchung als Teil, die an nur wenigen Tagen erfolgte, behandelt, zeigt es dennoch den Einfluss von Lucas politischem Umfeld sehr klar. Dies ist besonders interessant bedenkt man Lucas offen ausgesprochenes Bewusstsein für die Thematik. Schlussendlich zeigen Forschungsgeschichte und aktuelle Entwicklung der Migrationsarchäologie im Afrika südlich der Sahara Archäologie und Politik im großen Maßstab. Nicht nur ist hier die Verbindung der jeweiligen Zeit und ihrem politischen und sozialen Umfeld mit zeitgleichen archäologischen Theorien sehr einleuchtend, sondern es zeigt sich auch die Vielschichtigkeit der Thematik, die jener ihrer Ursprungsgesellschaft entspricht. Durch die behandelten Beispiele kann eine Liste kritischer Phasen in der archäologischen Arbeit erstellt werden, die politischen Einfluss von der ersten Entscheidung für ein Forschungsthema, über die Beschaffung von Mitteln, der archäologischen Feldarbeit selbst und der Interpretation, bishin zur Entscheidung über das Ausmaß von Konservierung und Ausstellung dokumentiert. Kurz gesagt: Politik beeinflusst Archäologie, wann immer Entscheidungen getroffen werden und, da Entscheidungen bestimmend für die wissenschaftliche Erkenntnisfindung sind, zeigt sich hier die prinzipielle Untrennbarkeit von Politik und Archäologie. Während die Anwendung moderner wissenschaftlicher Methoden den Schaden politischer Einflussnahme minimieren kann, stellt sich auch Bewusstseinsbildung, sowohl bei Autoren als auch Recepienten, als entscheidend heraus. Die Thematik politischer Einflussnahme in der Forschung ist, schlussendlich, nicht nur für die historischen Wissenschaften, die möglicherweise besonders anfällig für politischen Einfluss sind interessant, sondern für unsere gesamte stark von wissenschaftlichen Methoden der Wahrheitsfindung geprägte Gesellschaft.

Schlagwörter in Deutsch

Afrika / Europa / Nahost / Archäologie / Politik / Identität / Mythos / Konstruierte Geschichte / Masada / Ein Gedi / Simonsberg / Goede Verwachting / Migration, Bantu

Dokumentenart: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
AutorIn: Pfaffl, Magdalena
Titel: Archaeology and politics
Untertitel: myth, identity and constructed history regarding archaeological sites in Europe, Middle East and Africa
Umfangsangabe: 122 S. : Ill.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publikationsjahr: 2010
Sprache: eng ... Englisch
BetreuerIn: Theune-Vogt, Claudia
BeurteilerIn: Theune-Vogt, Claudia
Klassifikation: 15 Geschichte > 15.19 Vor- und Frühgeschichte
AC-Nummer: AC08374865
Dokumenten-ID: 11386
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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