Universitätsbibliothek Wien

Quecksilber in der Schwechat

Braunsteiner, Christopher (2010) Quecksilber in der Schwechat.
Diplomarbeit, Universität Wien. Fakultät für Chemie
BetreuerIn: Krachler, Regina

[img]
Vorschau
PDF
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved

Download (1615Kb)
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30338.17431.708959-2
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30338.17431.708959-2

Link zu u:search

Abstract in Deutsch

Der Unterlauf der Schwechat war in der Vergangenheit bereits öfter Schwerpunkt bei Studien über Quecksilber-Belastungen als der Oberlauf des Flusses. Um die Verteilung von Quecksilber in den einzelnen Kompartimenten des Flusses zu studieren und die Quecksilbergehalte entlang des Flusslaufes zu bestimmen, wurden zwischen Juli und September 2009 Proben von Wasser, oberflächlichem Sediment, Biofilm, zwei submersen Moosarten und zweier Fischspezies von insgesamt sieben Probennahmestellen entlang des Flusslaufes der Schwechat in Niederösterreich genommen. Der Quecksilbergehalt wurde nach entsprechender Probenvorbereitung, wo nötig durch einen Mikrowellenaufschluss, mittels Kaltdampf-Atomabsorptionsspektroskopie (CV-AAS) gemessen. Die Evaluierung der verwendeten Methode wurde durch die Analyse von zertifizierten Referenzmaterialien des „National Research Council Canada“ (NRCC) und zwar Dorschleber (DOLT-3) und Dorschmuskulatur (DORM-3), durchgeführt. Die Resultate der Untersuchungen zeigen, dass Quecksilber in den filtrierten Wasserproben nicht nachweisbar war (Nachweisgrenze 100 ng L-1), während es im Biofilm, im Sediment, in den Moosen und in den Fischen gut detektierbar war. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Anstieg des Quecksilbergehalts in den Sedimenten und im Biofilm vom naturbelassenen oberen Teil des Flusses westlich von Wien zum unteren Teil hin, wo der Fluss durch industrialisierte Landschaft verläuft. Der Quecksilbergehalt im oberflächlichen Sediment liegt so entlang des Flusslaufes zwischen 0.029 μg g-1 und 0.260 μg g-1, im Biofilm zwischen 0.051 μg g-1 und 0.521 μg g-1 (jeweils Trockenmasse). Die Fische, welche im Unterlauf des Flusses entnommen wurden, weisen eine durchschnittliche Quecksilber-Konzentration von 0,072 μg g-1 in der Muskulatur des mobilen Döbels Leucicus Cephalus (n=13) und 0,121 μg g-1 (jeweils Frischmasse) im Muskel des stationären Fisches Gründling Gobio Gobio (n=8) auf. Die Quecksilber-Konzentration der Moosproben, welche im Oberlauf der Schwechat entnommen wurde, liegen zwischen 0,078 μg g-1 und 0,210 μg g-1 (Trockenmasse) und zeigen somit einen wesentlich höheren Quecksilber-Gehalt als alle anderen analysierten Kompartimente im Oberlauf, was die hervorragende Bioakkumulationsfähigkeit dieser Pflanzen für Quecksilber bestätigt. Die Ergebnisse insgesamt zeigen, dass die Schwechat, obwohl die Wasserqualität in den letzten Wassergüteerhebungen des Bundesministerium für Land- Forstwirtschaft, Umwelt und - 2 - Wasserwirtschaft, als „gut“ eingestuft wurde, im Unterlauf eine erhöhte Quecksilber-Belastung durch wahrscheinlich anthropogenen Einfluss aufweist. Die im Quellgebiet und im Oberlauf gemessenen Quecksilberkonzentrationen sind wahrscheinlich hauptsächlich auf die allgemeine natürliche und/oder anthropogene atmosphärische Deposition zurückzuführen, wobei die relativ hohen Werte in den Moosen des Oberlaufes Gegenstand weiterer Untersuchungen sein könnte. Die Ergebnisse zeigen weiter auch die exzellenten bioindikativen Eigenschaften von Moos und Biofilm hinsichtlich einer Quecksilber-Belastung.

Schlagwörter in Deutsch

Quecksilber / Schwechat / Schwermetalle

Abstract in Englisch

The lower part of the Schwechat River has been the focus of several studies concerning mercury contamination more often than the upper part of the river. Between July and September 2009 samples of water, superficial sediment, biofilm, moss and two fish species were taken from seven sampling sites along the total run of the Schwechat River in Lower Austria. Solid samples were microwave-assisted digested in closed vessels for 30 minutes and then analyzed for their total mercury content by cold vapor atomic absorption spectrometry (CV-AAS). The analytical performance of this method was evaluated by analysis of certified reference materials dogfish muscle (DORM-3) and dogfish liver (DOLT-3) from the National Research Council Canada“(NRCC). The results indicate that dissolved mercury in the water lies below the detection limit of 100 ng/l from all sampling sites, whereas in biofilm, sediment, moss and fish muscle mercury was well detectable. The results show a significant raise of the mercury content in the sediment and biofilm from the pristine upper part of the river west of Vienna towards the lower part, where the river passes through industrialized landscape. Mercury concentrations lie between 0.029 μg/g (dw) and 0.260 μg/g (dw) for the superficial sediment, and between 0.051 μg/g (dw) and 0.521 μg/g (dw) for the biofim. Fish were only taken from the polluted region of the river, showing a mean concentration of 0.072 μg/g (fw) in muscle of the rather mobile fish species chub Leucicus cephalus and 0.121 μg/g (fw) mercury in muscle of the more stationary fish species gudgeon Gobio gobio. Mercury concentrations in moss-samples, which were taken in the upper part of the Schwechat River, lie between 0,078 μg/g (dw) and 0,210 μg/g (dw) and show a much higher mercury accumulation than all the other compartments in the upper part of the analyzed river. Our results show, that the river Schwechat, although rated to have good water quality by the Austrian Government, shows in the lower part a clear mercury pollution due to anthropogenic influence, while in the headwaters and upper reaches mainly atmospheric deposition should be responsible for the mercury content of the different compartments of the river. Additionally the results demonstrate the excellent bioindicative attainments of biofilm and moss for mercury pollution.

Dokumentenart: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
AutorIn: Braunsteiner, Christopher
Titel: Quecksilber in der Schwechat
Umfangsangabe: 69 S. : Ill., graph. Darst.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Fakultät für Chemie
Publikationsjahr: 2010
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Krachler, Regina
BeurteilerIn: Krachler, Regina
Klassifikation: 35 Chemie > 35.07 Chemisches Labor, chemische Methoden
AC-Nummer: AC08455366
Dokumenten-ID: 11259
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

Urheberrechtshinweis: Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datennetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das österreichische Urheberrechtsgesetz; insbesondere sind gemäß § 42 UrhG Kopien und Vervielfältigungen nur zum eigenen und privaten Gebrauch gestattet. Details siehe Gesetzestext.

Dokument bearbeiten (nur für AdministratorInnen) Dokument bearbeiten (nur für AdministratorInnen)